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Weltweit Verspätungen: IT-Panne bei der Lufthansa sorgt für Chaos

Eine Computerpanne bei der Deutschen Lufthansa hat am Mittwoch weltweit zu massiven Verspätungen bei Europas größter Fluggesellschaft geführt: Fluggäste mussten per Hand mit Stift und Papier eingecheckt werden, sagte ein Lufthansa-Sprecher.

Quick-Check-in-Schalter der Lufthansa am Flughafen Frankfurt: Derzeit funktioniert nach Lufthansa-Angaben nur das Einchecken über das Internet problemlos. Quelle: ap
Quick-Check-in-Schalter der Lufthansa am Flughafen Frankfurt: Derzeit funktioniert nach Lufthansa-Angaben nur das Einchecken über das Internet problemlos. Quelle: ap

FRANKFURT. Nach einem schweren Computerfehler, der das gesamte Check-in-System von Lufthansa lahmgelegt hat, rechnet die Fluggesellschaft erst für heute wieder mit einem völlig normalen Flugplan. „Nachdem die Systeme seit dem frühen Nachmittag wieder normal laufen, wird sich die Situation bis zum Abend wieder vollständig normalisiert haben“, sagte Thierry Antinori, Marketing- und Vertriebsvorstand von Lufthansa Passage, dem Handelsblatt am Mittwoch.

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In der Nacht zum Mittwoch waren die Server (Netzwerkrechner) im Rechenzentrum in Kelsterbach nach einem Update nicht wie geplant hochgefahren. Dieser Ausfall legte dann auch die dezentralen Systeme lahm. Der sonst weitgehend automatisierte Prozess des Eincheckens musste daher per Hand erledigt werden. Die Passagiere mussten teilweise ohne Platzzuweisung einsteigen, auch Gepäck konnte in vielen Fällen nicht aufgegeben werden.

Daraufhin bildeten sich ab dem Morgen lange Schlangen vor den Schaltern, es kam bis in den Nachmittag hinein weltweit zu Verspätungen von bis zu einer Stunde. Innerhalb Europas wurden zudem einige Flüge komplett gestrichen. „Wir bedauern den Vorfall und die Unannehmlichkeiten für unsere Kunden“, sagte Vertriebsvorstand Antinori. Lufthansa habe aber sehr schnell reagiert und versucht, die Auswirkungen zu begrenzen. So habe die Fluggesellschaft das Personal an den Schaltern deutlich aufgestockt.

Tatsächlich zeichnete sich am Mittwoch ab, dass die Folgen des IT-Fehlers dieses Mal deutlich geringer ausfallen als bei der letzten großen IT-Panne im Jahr 2004. Damals musste die Kranich-Airline 33 Flüge mit rund 3 000 Passagieren innerhalb Deutschlands und Europas absagen. Das hatte für erhebliche Verärgerung nicht zuletzt bei den für Lufthansa wichtigen Geschäftsreisenden verursacht.

Inwieweit betroffene Passagiere nun einen Anspruch auf Entschädigungen haben, blieb zunächst unklar. Grundsätzlich zahlen die Fluggesellschaften nur dann, wenn der Passagier einen konkreten materiellen Schaden nachweisen kann. Das ist im so genannten Montrealer Abkommen geregelt. Danach haften die Fluggesellschaften mit bis zu 5 000 Euro pro Passagier.

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