Mordfall Krailling
Onkel soll aus Habgier getötet haben

Der Mord an zwei Schwestern erschütterte vor fünf Monaten den Münchner Vorort Krailling. Seitdem sitzt der Onkel der Mädchen in U-Haft. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Der Prozess beginnt frühestens im Februar 2012.
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Der 50-Jährige soll die elf und acht Jahre alten Kinder „heimtückisch und aus Habgier“ getötet haben, wie Oberstaatsanwältin Andrea Titz am Freitag mitteilte. Außerdem soll er vorgehabt haben, die Mutter der Kinder - seine Schwägerin - umzubringen. Das mutmaßliche Motiv: Er wollte an Geld aus dem Nachlass kommen. Der Postbote und Vater von vier Kindern soll in finanziellen Schwierigkeiten gesteckt haben.

Der Angeklagte schweigt nach Angaben der Staatsanwaltschaft zu den Vorwürfen. In ersten Vernehmungen hatte er sie noch abgestritten. Das Schwurgericht muss nun über die Zulassung der Anklage zur Hauptverhandlung entscheiden. Der Anwalt des 50-Jährigen, Adam Ahmed, war am Freitagmorgen zunächst nicht zu erreichen. Er hatte das Mandat Anfang August von Pflichtverteidiger Karl Peter Lachniet übernommen, der nach eigenen Angaben von der Verteidigung entbunden wurde.

Die Staatsanwaltschaft München II hat dem Gericht nach Angaben von Staatsanwältin Titz neben zahlreichen weiteren Beweismitteln 54 Zeugen und neun Sachverständige benannt. Der Prozess soll voraussichtlich frühestens im Februar 2012 beginnen.

Der Mord an den elf und acht Jahre alten Kindern hatte in dem kleinen Münchner Vorort Krailling Ende März Entsetzen ausgelöst. Die Mutter fand die Leichen ihrer Töchter, als sie am frühen Morgen des 24. März von der Arbeit aus der nur 100 Meter entfernten Kneipe ihres Freundes nach Hause kam.

Schon nach wenigen Tagen geriet der Onkel der Mädchen unter Tatverdacht. Seine DNA war vielfach in der Wohnung gefunden worden, unter anderem an den Leichen der Kinder und an den mutmaßlichen Tatwaffen, einer Hantelstange und einem Messer. Auch ein Seil, das bei dem Mord verwendet wurde, stammte den Ermittlungen zufolge von dem Onkel. Die Ehefrau des Mannes hat sich inzwischen von ihm scheiden lassen. In einem „Stern“-Interview hatte sie gesagt, sie halte ihn für schuldig.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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