12 Stunden in London
Die Metropole als Melting Pot

Vielfalt ist Londons größtes Kapital. Die Einwohner, vom Finanzbroker bis zum Einwanderer, Menschen aller Kulturen und Glaubensrichtungen, haben neben alterwürdigen Kirchen und Palästen angesagte Szeneviertel aufgebaut.
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So vielfältig Londons Stadtstruktur, so ist es auch seine Demografie. Sie werden es schon ahnen, wenn Sie auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt an Cricket spielenden Kindern, ein Stück weiter an schwarzen Lockenköpfchen auf ihren kleinen bunten Fahrrädern, an mit blühenden Magnolienbäumen umsäumten Alleen oder an tristen Plattenbauten vorbeifahren.

Dass nur knapp über 50 Prozent der Londoner Christen sind, die zweite Hälfte aus Muslimen, Hindus, Juden und weiteren Glaubensgruppen besteht, ist nur der statistische Beweis dessen, was ohnehin unübersehbar ist. Dass London deswegen ein reicher Ort voller globaler Einflüsse und multikultureller Inspirationen ist, bedürfte keiner Empirie. Nur eines wachsamen Auges und offenen Herzens.

Diese Vielfalt geht beim öffentlichen Verkehrssystem weiter. Touristen sollten das Auto unbedingt stehen lassen und sich via Subway, Cab, Bike, Boat oder Bus bewegen. Die vielen Transportmittel machen die Stadtbesichtigung zu einem nervenaufreibenden Geschicklichkeitsspiel, bei dem das eigene Orientierungsvermögen, logistisches Verständnis und der Geduldsfaden geprüft werden. Und das nicht nur, weil hier alles seitenverkehrt ist und wir uns nur schwer daran gewöhnen können, beim Straßenübergang in die richtige Richtung zu schauen.

Schock- oder gar Nahtoderfahrung gehören in die ersten Stunden London dazu, wie das Hot zum Dog. Und manche werden schon beim Blick auf den buntgemischten U-Bahn-Plan, der an entwirrte Wollknäuel erinnert, an ihre Grenzen stoßen. Andere werden bei der Konfrontation mit den Fahrtrichtungen der unzähligen roten Doppeldeckerbusse, von denen es so viele gibt, dass sie sich irgendwie bei jedem Fotomotiv ins Bild schieben, rekapitulieren und plötzlich die Lust am Laufen entdecken.

Einfacher wird es dann bei den teilweise noch altmodischen Taxen und den ausleihbaren Fahrrädern bei den automatisch betriebenen Barclay-Stationen, die es an nahezu jeder Ecke gibt. Der Taxifahrer kümmert sich freundlich und unkompliziert um Ihren Destinationswunsch, der Fahrradständer gibt den klobigen Drahtesel wortlos frei, sobald Sie Ihre Kreditkarte durch den Schlitz an der Säule geschoben und den Pin in die Haltebox eingetippt haben.

Kommentare zu " 12 Stunden in London: Die Metropole als Melting Pot"

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  • was in London klappt, funktioniert leider bei uns überhaupt nicht: Einwanderer sprechen englisch, bei uns können die (...) sich nicht einmal in rudimentärem Deutsch für eine Wohnung bewerben - ich habe da so meine Erfahrungen.

    +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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