20 Jahre ICE
Der „weiße Blitz“ ist erwachsen geworden

Mit 20 ist der ICE kein Teeny mehr. Nach einer wechselvollen Jugend mit so manchen ärgerlichen Technikproblemen vor allem in der jüngeren Vergangenheit jagt der weiße Renner der Bahn nicht mehr nach neuen Temporekorden.
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Hamburg/BerlinDer Bundesverkehrsminister hieß Günther Krause, der Bundespräsident Richard von Weizsäcker und das Staatsunternehmen noch Deutsche Bundesbahn. Am 2. Juni 1991 nahm der Intercity Express (ICE) den Hochgeschwindigkeitsverkehr in Deutschland auf. Was mit 25 der schneeweißen Züge begann, ist innerhalb von 20 Jahren zu einer Flotte von 252 Fahrzeugen geworden, die gut 60 Prozent des Fernverkehrs leistet. Täglich fahren 210.000 Menschen mit dem ICE. Er ist erwachsen geworden - und Nachwuchs ist in Sicht.

"Es ist heute an der Zeit, dass wir einen Generationswechsel einleiten", sagte Bahnchef Rüdiger Grube vor drei Wochen. Da unterzeichneten er und Siemens-Vorstandschef Peter Löscher einen Vertrag mit einem Volumen von sechs Milliarden Euro für mindestens 220 neue Fernzüge des Münchner Konzerns. Bis zu 300 dieser ICx könnten es am Ende werden. Wenn die ersten Züge 2016 in Dienst gestellt werden, ersetzen sie freilich zunächst einmal die betagten Intercitys, die schon heute bis zu 40 Jahre alt sind.

Eine zweite ICx-Variante soll bis Mitte des kommenden Jahrzehnts die älteren ICE 1 und ICE zwei ablösen. Was die Fahrgäste der Deutschen Bahn dann erwartet, ist eher Evolution als Revolution: Die Züge haben Speisewagen und Bistro, ein Familienabteil und Deckenmonitore mit Fahrgastinformationen. Sie werden mit Spitzentempo 249 sogar langsamer sein als der jüngste ICE 3, der 300 Kilometer pro Stunde schafft.

Aber darauf kommt es den Planern nicht an, 300 km/h werden heute ohnehin nur auf den Schnelltrassen Köln-Frankfurt und Nürnberg-Ingolstadt gefahren. Wichtiger ist ihnen das Energiesparen. Das wird wie bei Autos und Flugzeugen mit leichterer Bauweise erreicht. So wird die neue Zuggeneration nach Bahn- und Siemens-Angaben bis zu 30 Prozent weniger Strom verbrauchen als die heutigen ICE. Der Clou des ICx ist sein Baukastenprinzip: Es gibt Wagen mit und ohne Antrieb, die als Module zu 24 verschiedenen Zugvarianten kombiniert werden können.

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