20 Jahre ICE

Der „weiße Blitz“ ist erwachsen geworden

Mit 20 ist der ICE kein Teeny mehr. Nach einer wechselvollen Jugend mit so manchen ärgerlichen Technikproblemen vor allem in der jüngeren Vergangenheit jagt der weiße Renner der Bahn nicht mehr nach neuen Temporekorden.
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Reisen am Limit
huGO-BildID: 17382874 ARCHIV - Gleise
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Harald Schmidt schwärmt von der „Schwarzen Mamba“, Alfons Schuhbeck preist seine Schmankerl an: Der ICE hat für neue Genussmomente auf Deutschlands Schienen gesorgt, aber auch immer wieder für viel Stress an den Gleisen. Seine Premierenfahrt hatte der ICE am 2. Juni 1991 - ein Streifzug.

BahnCard 100
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Für manche ist sie nur eine Fahrkarte, für den Entertainer Harald Schmidt eine „Schwarze Mamba“ - die Bahncard 100. „Wenn ich für den Zugbegleiter die Schwarze Mamba zücke, steht er stramm. Zwei Sternchen in den Augen und ein Salto rückwärts signalisieren mir: Er hat verstanden!“, schrieb der Bahn-Fan einmal im Magazin „Focus“.

Verspätungen bei der Bahn
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Die Karte steht für totale Bahnmobilität - wohin man will, wann man will, so oft man will. Vor Verspätungen schützt aber auch sie nicht. Außerdem hat sie ihren Preis: ab 3800 Euro aufwärts.

Schüler werden nach Hitzekollaps versorgt
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Der ICE sorgt immer wieder für Ärger. Allein Anfang Juli 2010 fallen bei schweißtreibenden Temperaturen innerhalb weniger Tage Klimaanlagen in 50 Fernzügen aus. Teils komplett, teils in einzelnen Wagen. In einem ICE in Bielefeld kollabieren mehrere Schüler - der „Sauna-ICE“ ist geboren.

Schneefälle behindern Bahnverkehr in Leipzig
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Im darauffolgenden Winter kommt es zu Verspätungen und Zugausfällen. Schnee und Eis auf den Weichen signalisieren vielen Zügen: „Stopp!“ Bahnchef Rüdiger Grube gelobt Besserung und kündigt milliardenschwere Investitionen an - das hilft vielleicht auch gegen kaputte Toiletten.

Bahn möbelt ihre älteste ICE-Generation auf
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Würstchen und mehr - die Bahn läutet mit dem ICE das Zeitalter der gehobenen Küche ein. Eckart Witzigmann und Alfred Biolek sind 2003/2004 die Zugpferde. Später folgen Stars am Herd wie Tim Mälzer, Cornelia Poletto oder Alfons Schuhbeck. Sie kreieren für die Bordgastronomie Gerichte, die Restaurantqualität haben sollen.

Urteil zu Nürnberger Bratwurst
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Von Spargelragout in Riesling-Rahmsauce bis zu Gulasch vom Reh. Würstchen und Buletten stehen aber auch auf der Speisekarte.

Hamburg/BerlinDer Bundesverkehrsminister hieß Günther Krause, der Bundespräsident Richard von Weizsäcker und das Staatsunternehmen noch Deutsche Bundesbahn. Am 2. Juni 1991 nahm der Intercity Express (ICE) den Hochgeschwindigkeitsverkehr in Deutschland auf. Was mit 25 der schneeweißen Züge begann, ist innerhalb von 20 Jahren zu einer Flotte von 252 Fahrzeugen geworden, die gut 60 Prozent des Fernverkehrs leistet. Täglich fahren 210.000 Menschen mit dem ICE. Er ist erwachsen geworden - und Nachwuchs ist in Sicht.

"Es ist heute an der Zeit, dass wir einen Generationswechsel einleiten", sagte Bahnchef Rüdiger Grube vor drei Wochen. Da unterzeichneten er und Siemens-Vorstandschef Peter Löscher einen Vertrag mit einem Volumen von sechs Milliarden Euro für mindestens 220 neue Fernzüge des Münchner Konzerns. Bis zu 300 dieser ICx könnten es am Ende werden. Wenn die ersten Züge 2016 in Dienst gestellt werden, ersetzen sie freilich zunächst einmal die betagten Intercitys, die schon heute bis zu 40 Jahre alt sind.

Eine zweite ICx-Variante soll bis Mitte des kommenden Jahrzehnts die älteren ICE 1 und ICE zwei ablösen. Was die Fahrgäste der Deutschen Bahn dann erwartet, ist eher Evolution als Revolution: Die Züge haben Speisewagen und Bistro, ein Familienabteil und Deckenmonitore mit Fahrgastinformationen. Sie werden mit Spitzentempo 249 sogar langsamer sein als der jüngste ICE 3, der 300 Kilometer pro Stunde schafft.

Aber darauf kommt es den Planern nicht an, 300 km/h werden heute ohnehin nur auf den Schnelltrassen Köln-Frankfurt und Nürnberg-Ingolstadt gefahren. Wichtiger ist ihnen das Energiesparen. Das wird wie bei Autos und Flugzeugen mit leichterer Bauweise erreicht. So wird die neue Zuggeneration nach Bahn- und Siemens-Angaben bis zu 30 Prozent weniger Strom verbrauchen als die heutigen ICE. Der Clou des ICx ist sein Baukastenprinzip: Es gibt Wagen mit und ohne Antrieb, die als Module zu 24 verschiedenen Zugvarianten kombiniert werden können.

Die Zukunft liegt auch im Ausland
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