Ab 1. Mai
Bahn entschädigt für Verspätung in bayrischen Regionalverkehr

Die Deutsche Bahn AG will Fahrgäste ab 1. Mai auch bei Verspätungen ihrer Regionalzüge in Bayern entschädigen. Doch auch die Fahrgäste in den anderen Bundesländern können bald auf eine Stärkung ihrer Rechte hoffen. Zudem gelten ab Juli neue Regeln für Raucher in den Zügen.

HB BERLIN. Das kündigte Personenverkehrs-Vorstand Karl-Friedrich Rausch am Donnerstag in Berlin an. Zudem sollen ab Juli auch die letzten Raucherbereiche in Nahverkehrszügen verschwinden. Möglicherweise wird die Bahn bald auch im Fernverkehr rauchfrei. Rausch kündigte die gemeinsame Einführung hoher Qualitäts- und Buchungsstandards für grenzüberschreitende Fernzüge in sieben Ländern an.

Entschädigungen gibt es bisher lediglich im Fernverkehr und im Nahverkehr der DB AG in Schleswig-Holstein. In den „weißen“ Zügen des Fernverkehrs beträgt sie 20 Prozent des Fahrpreises, wenn der Zug eine Stunde oder mehr Verspätung hat. Im Regionalverkehr Schleswig-Holstein beläuft sich die Entschädigung auf 25 Prozent. Kommt der Zug zwei Stunden später an, als der Fahrplan ausweist, gibt es 50 Prozent des Fahrpreises als Gutschein zurück. Diese Regelung soll ab kommenden Monat auch in Bayern gelten.

Rausch sagte, die Entschädigung solle Land für Land bundesweit eingeführt werden. „Es muss aber so gemacht werden, dass wir die Fahrpreise deswegen nicht erhöhen müssen.“ Außerdem seien Verhandlungen mit den Ländern nötig, die teilweise bereits bei Verspätungen Pönalen verlangen. „Es kann aber nicht sein, dass wir zwei Mal bestraft werden, indem wir sowohl an das Land als Besteller als auch an den Fahrgast als Nutzer zahlen“, meinte Rausch.

Der Bahnvorstand machte deutlich, dass am Ende eine Regelung mit einheitlichen Erstattungsquoten im Nah-, Fern- und grenzüberschreitenden Verkehr stehen solle. Eine Entschädigung bei Fahrten, die ein Umsteigen von Fern- auf Nahverkehrszüge und umgekehrt beinhalten, sei nach wie vor nicht möglich. Im Fernverkehr werden zurzeit etwa 900 Gutscheine pro Tag ausgegeben, bei 300 000 Reisenden täglich.

Unter dem Namen „Railteam“ soll noch in diesem Jahr eine Qualitätsallianz für internationale Hochgeschwindigkeitsverbindungen starten, bei der Bahnen Westeuropa zusammenarbeiten wollen. Rausch sagte, damit solle dem Luftverkehr stärker Konkurrenz gemacht werden. Er verwies auf die neuen TGV/ICE-Verbindungen zwischen Paris und Südwestdeutschland ab 10. Juni sowie zwischen Frankfurt und Wien und Hamburg - Kopenhagen. Hier sollen vorrangig Buchungsmöglichkeiten verbessert, aber auch die allgemeinen Qualitätsstandards erhöht werden. Außer auf Deutschland, Österreich, die Schweiz und Frankreich erstreckt sich die Zusammenarbeit auf die Benelux-Länder und reicht im Nordwesten bis nach London, wo der Tunnelzug Eurostar endet.

Ungeachtet der Ausformung der Gesetze zum Nichtraucherschutz wird der Regionalverkehr der Bahn bis zum 1. Juli bundesweit komplett rauchfrei sein, wie Rausch erklärte. Bis dahin würden auch die wenigen jetzt noch verkehrenden „roten“ Züge mit Raucherbereichen umgezeichnet. Für den Fernverkehr wollte er sich noch nicht festlegen, sagte aber: „Wenn ein Gesetz kommt, das Raucherzonen ausschließlich deutlich abgetrennte Bereiche sein müssen, werden wir sagen müssen: Das können wir nicht umsetzen.“ Das würde ein Rauchverbot im gesamten Fernverkehr bedeuten.

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