Ab 2008 regelmäßige Linienflüge
Hainan Airlines will nach Hannover fliegen

Die chinesische Hainan Airlines will noch diesen Sommer eine neue Flugverbindung zwischen Schanghai und Hannover anbieten. Ab Januar 2008 sind regelmäßige Passagier-Linienflüge geplant. Mit dieser Ankündigung tritt Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) in Konkurrenz mit seinem Berliner Kollegen Friedbert Pflüger (CDU).

PEKING. Wie Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) auf seiner China-Reise in Peking bestätigte, sollen bereits ab Juli Frachtflugzeuge zwischen der niedersächsischen Hauptstadt und Chinas Finanzmetrople verkehren. Ab Januar 2008 seien regelmäßige Passagier-Linienflüge geplant. „Zunächst zweimal die Woche, später auch öfter“, so Wulff.

Der deutsche Politiker tritt damit in direkte Konkurrenz zu seinem Kollegen Friedbert Pflüger. Der Berliner CDU-Fraktionsvorsitzende hatte erst vor kurzem in einem Brief Bundeskanzlerin Angela Merkel gebeten, sich für eine direkte Flugverbindung zwischen China und Berlin einzusetzen. Angeblich soll Air China Interesse an einer Direktverbindung in die deutsche Hauptstadt haben.

Von dem Ansinnen will man bei Air China in Peking jedoch noch nichts gehört haben. Auch beim Air-China-Partner Lufthansa ist man skeptisch. Noch im vergangenen Jahr hatte Lufthansa-Chef Mayrhuber bei einem Besuch in Peking im Handelsblatt-Gespräch einer Direktroute von China nach Berlin eine klare Absage erteilt. Studien der Lufthansa hätten ergeben, dass solch eine Strecke nicht rentabel zu fliegen sei, heiß es damals.

Niedersachsens Hauptstadt sei dagegen etwas anderes, ist China-Freund Wulff dagegen überzeugt, dass das neue Hainan-Angebot ein Erfolg wird: „Hannover ist der zentralste Ort in Deutschland.“ ,Es gehe bei seinem Vorstoß natürlich auch um einen Wettbewerb der deutschen Standorte, räumt der Landespolitiker in Peking ein. „Und von Hannover kommen sie in 90 Minuten mit dem Zug nach Berlin“, so sein kleiner Seitenhieb in Richtung Hauptstadt.

Hainan Airlines gehört zum Konzern Grand China Airlines, an dem der amerikanische Milliardär George Soros beteiligt ist. Die Fluggesellschaft möchte sich in Grand China Airlines umbenennen, was aber bislang auf politischen Widerstand stößt. Hainan Airlines plant noch für dieses Jahr einen Börsengang in Hongkong, der fünf Mrd. Yuan (rund 500 Mill. Euro) einbringen soll. „Wir brauchen frisches Kapital, um viele neue Flugzeuge kaufen zu können”, hatte Airline-Chef Chen Feng Anfang März den Schritt begründet. Sein Unternehmen ist bislang nur in Schanghai und Shenzhen an der Börse gelistet.

Hainan Airlines mit Sitz auf der gleichnamigen Insel in Südchina hat bislang 125 Flugzeuge im Einsatz und bedient 500 meist inländische Verbindungen. Die Airline fliegt sowohl Airbus als auch Boeing und benötigt nach eigenen Angaben knapp 60 weitere Maschinen.

China gilt als der boomende Flugzeugmarkt. Nach Expertenberechnungen werden Chinas Fluglinien 289 Mrd. Dollar bis zum Jahr 2025 investieren, um die Zahl ihrer Flugzeuge auf 2700 Flieger zu verdreifachen.

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