Air-France-Absturz
Auch ein Thyssen-Vorstand im Air-France-Unglücksjet

AF447 - dieses Kürzel werden sie wohl nie vergessen. Die Angehörigen der Passagiere und Besatzungsmitglieder der Air-France-Maschine haben in der Nacht zu Dienstag vermutlich kaum geschlafen - auch in Deutschland. Und die eh schon nur noch marginale Hoffnung, die Vermissten lebend wieder zu sehen, schwindet mit jeder Sekunde weiter. Unter den Passagieren waren offenbar viele Geschäftsreisende und Angehörige der früheren brasilianischen Monarchenfamilie. Zu den 26 deutschen Opfern gehört wahrscheinlich auch ein Top-Manager von Thyssen-Krupp.

HB PARIS. Zwar läuft die Suche nach dem Flugzeug weiter auf Hochtouren. Doch es scheint so gut wie ausgeschlossen, dass die Maschine noch irgendwo auf dem Wasser des Atlantiks treibt und die Menschen an Bord gerettet sind. "Die Chancen, Überlebende zu finden, sind minimal", sagte Frankreichs Staatspräsident Sarkozy nach einem Krisentreffen auf dem Flughafen Charles de Gaulle. Er werde "alle Mittel" einsetzen, um herauszufinden, was passiert sei. Das habe er den Angehörigen der Passagiere versprochen. "Wir verstehen nicht, was passiert ist", gestand Verkehrs-Staatssekretär Dominique Bussereau. "Die Hypothese einer Entführung scheint ausgeschlossen, denn die Maschine hätte irgendwo landen müssen."

Christine Pieraerts zählt zu den Vermissten. Die junge Frau aus Clermont-Ferrand hatte zehn Tage Urlaub in Brasilien gemacht, wo ihr Freund derzeit arbeitet. Das junge Paar ist beim französischen Reifenhersteller Michelin angestellt. "Ihr Freund hatte sie noch zum Flughafen gebracht", berichtete ihr Bruder Michel der Zeitung "Le Parisien" (Dienstag). Seine Mutter habe im Radio gehört, dass das Flugzeug vermisst sei. "Sie wusste sofort, dass es Christines Flug war", sagte er. Christine habe sich gerade von einer schweren Krankheit erholt. "Wir waren so froh, dass es ihr besser ging. Sie hatte noch so viel vor..."

Am Montag hatten sich einige der Angehörigen Sonnenbrillen aufgesetzt, andere schlugen die Hände vors Gesicht, als sie auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle eintrafen. Sicherheitsbeamte leiteten sie direkt in einen Raum, in dem sie von Psychologen betreut wurden. Etwa 100 Angehörigen hatten sich auf dem Flughafen eingefunden. Für viele Passagiere wäre Paris nur ein Zwischenstopp gewesen - auch für viel der 26 Deutschen an Bord. Einige sollten nach Stuttgart, München, Nürnberg und Berlin weiterfliegen, wo ebenfalls vergeblich wartende Abholer von Passagieren betreut wurden. In Medienberichten wurden auch Hamburg und Düsseldorf als Ziele genannt.

Nach Angaben des bayrischen Landeskriminalamts (LKA) vom Dienstag waren insgesamt neun Passagiere der Air-France-Unglücksmaschine für einen Weiterflug nach Bayern gebucht. Demnach wollten acht Passagiere nach München und einer nach Nürnberg weiterreisen. Genauere Angaben zu Geschlecht, Alter oder Wohnort machte der LKA-Sprecher zunächst nicht. „Uns liegen Namen vor, aber nicht einmal Geburtsdaten“, sagte er. Es könne bis zum Mittwoch dauern, bis genauere Angaben vorlägen. „Meines Wissens waren auch elf Passagiere nach Stuttgart gebucht“, davon könnten einige theoretisch aus dem bayerischen Grenzland stammen.

In München bestätigte am Dienstag ein Flughafensprecher, dass dort Passagiere des Unglücksfluges erwartet wurden: "Das kirchliche Notfallteam hat einige wartende Angehörige eines infrage kommenden Anschlussfluges aus Paris betreut", sagte ein Sprecher. Es habe aber nur "eine geringe Zahl" von Abholern einzelner Passagiere des Unglücksfluges gegeben. Sie seien zu einem Air-France Schalter gerufen und dort seelsorgerisch betreut worden.

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