Airbus-Absturz
Air-France-Jet nicht in der Luft zerborsten

Der Absturz des Air-France-Airbus vor der Küste Brasiliens Anfang Juni gibt weiter Rätsel auf. Die Maschine vom Typ A330 mit 228 Insassen ist nach einem ersten Untersuchungsbericht jedenfalls nicht in der Luft auseinandergebrochen oder explodiert. Die Maschine ist vielmehr auf der Meeresoberfläche zerschellt. Die Ermittler widersprechen damit allen kursierenden Absturzszenarien.

PARIS. Das Flugzeug sei vermutlich "in Fluglinie mit einer starken vertikalen Geschwindigkeit auf dem Meer aufgeschlagen", erklärte Alain Bouillard, verantwortlicher Ermittler der französischen Untersuchungsbehörde BEA (Bureau d'enquêtes et d'analyses). Diesen ersten Schluss lasse die Analyse der geborgenen 640 Wrackteile zu. Die BEA legte nach einen Monat nach dem Unfall ihren ersten Zwischenbericht vor.

"Zu diesem Zeitpunkt haben wir noch keine Erklärung für den Absturz", sagte der BEA-Experte. "Wir haben noch nicht die Ergebnisse der Autopsie der gefundenen Toten", so Boillard. Die Franzosen hätten die Einsicht in die Ergebnisse bei den brasilianischen Behörden beantragt. Auch die Datenrekorder (Blackbox) sind noch nicht gefunden. Bis zum 10. Juli soll die Suche fortgesetzt werden, denn die Datenrekorder senden mindestens 30 Tage lang ein Funksignal. Ab dem 14. Juli soll dann mit Tauchrobotern nach weiteren Trümmern gesucht werden.

Am 1. Juni war der Airbus A330 von Rio de Janeiro mit Ziel Paris im Atlantik abgestürzt. Dabei kamen 228 Menschen ums Leben. Es ist das größte Unglück in der Geschichte der Air France. Einen Monat nach dem Unglück präsentierte die BEA ihren bisheri-gen Kenntnisstand. Hauptinformationsquelle sind neben den Trümmerteilen die automatisch versanden Meldungen des Flugzeugs des Wartungssystems Acars. Zwischen 02.10 Uhr und 02.14 Uhr schickte das System 24 Meldungen.

Laut den Wartungsmeldungen, die die A330 versandt hat, haben die Geschwindigkeitsmesser des Airbus nicht korrekt funktioniert. Daraufhin haben sich die automatischen Flughilfen wie Schubkontrolle und Autopilot abgeschaltet. Die BEA will aber den Geschwindigkeits-Messröhren (Pitot), die an der Flugzeugnase angebracht sind, nicht die Schuld an dem Crash geben. "Das Flugzeug konnte manuell gesteuert werden." Auszuschließen will die BEA aber auch nicht, dass die Pitot eine Rolle bei dem Drama gespielt haben. "Wir untersuchen diesen Aspekt weiter", hieß es.

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