Aktie bricht ein
Billigflieger SkyEurope: Startverbot in Wien

Die finanziell angeschlagene Billigfluglinie SkyEurope kann ab Samstag nicht mehr vom Flughafen Wien abheben. Die Dienstleistungen würden für alle ab Samstag abfliegenden Maschinen beendet, weil die Fluglinie ihre ausstehenden Zahlungen nicht innerhalb des vereinbarten Ultimatums beglichen habe, gab der Airport bekannt.

rtr WIEN. Die finanziell angeschlagene Billigfluglinie SkyEurope kann ab Freitagmitternacht wegen offener Rechnungen nicht mehr vom Flughafen Wien abheben. Die Dienstleistungen würden für alle ab Samstag abfliegenden Maschinen beendet, weil die Fluglinie ihre ausstehenden Zahlungen nicht innerhalb des vereinbarten Ultimatums beglichen habe, gab der Airport am Freitag nach Ablauf der Frist bekannt.

Trotz langer und intensiver Verhandlungen seien die offenen Forderungen nicht erfüllt worden, erklärte der Flughafen. Bei SkyEurope war niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Um welche Summe es geht, ist unklar. Medienberichten zufolge hat SkyEurope beim Flughafen Wien bis zu vier Millionen Euro Schulden angehäuft. Diese stammten aber aus der Zeit vor dem Gläubigerschutzverfahren, während es jetzt um die laufenden Gebühren gehe.

SkyEurope hat im Juni in der Slowakei Insolvenz angemeldet und steht seither unter Gläubigerschutz. Ein Rettungsplan sah vor, dass die Slowaken frisches Kapital von 16,5 Millionen Euro von Focus Equity BV bekommen. Zur Überbrückung sollte die englische Chain Box Technologies ein kurzfristiges Darlehen von fünf Millionen bereitstellen, hieß es Ende Juli. Ob dieses Darlehen gewährt wurde beziehungsweise ob der Rettungsplan noch aufgeht, ist noch nicht bekannt. An der Wiener Börse brachen die Aktien der Fluggesellschaft knapp 15 Prozent auf 0,23 Euro ein.

Alleine am Samstag sollten rund ein Dutzend SkyEurope-Flüge ab Wien starten. Betroffene Passagiere hätten das Recht, den Ticketpreis zurückzuverlangen. Hinzu kommt laut Verein für Konsumenteninformation der Anspruch auf Schadenersatzzahlungen.

Bereits am Dienstag blieben mehrere Maschinen von SkyEurope in Wien vorübergehend am Boden. Viele Passagiere mussten stundenlange Verspätungen in Kauf nehmen. Auch an anderen europäischen Flughäfen wurden die Flieger bereits wegen offener Rechnungen festgehalten.

Der Marktanteil von SkyEurope auf dem Flughafen Wien lag im Vorjahr bei rund fünf Prozent, dürfte aber seit Ausbruch der Wirtschaftskrise und der Kapazitätsrücknahme gesunken sein. Die Wirtschaftsflaute hat die slowakische Fluglinie hart getroffen.

Die Verkehrszahlen sind massiv rückläufig, stärker als bei etablierten Fluglinien. Die Kapazitäten mussten daher deutlich zurückgefahren werden. Die einzige aus Osteuropa heraus operierende Billigfluglinie schreibt auch hohe Verluste und die Barmittel sind so gut wie erschöpft.

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