Amsterdam
Stadt des genialen Schuldners

Viel erinnert im Amsterdam des Jahres 2006 an das Leben des Rembrandt, der vor 400 Jahren geboren wurde. Hier, in der obersten Etage seines Hauses, hat Rembrandt Harmenszoon van Rijn gemalt – knapp 20 Jahre verbrachte er im Amsterdamer Stadtzentrum.

AMSTERDAM. Rembrandt-Haus, Jodenbreestraat 4. Das Sonnenlicht fällt durch eines der zahlreichen kleinen Fenster und lässt die gelbe Holzdecke noch kräftiger strahlen. Gegen den Himmel ragt in der Zimmermitte die Staffelei, ein halb fertiges Porträt lehnt daran. Der Pinsel scheint fast noch feucht von der blauen Farbe, die an einem der Tongefäße klebt.

Viel erinnert im Amsterdam des Jahres 2006 an das Leben des Rembrandt, der vor 400 Jahren geboren wurde. Hier, in der obersten Etage seines Hauses, hat Rembrandt Harmenszoon van Rijn gemalt – knapp 20 Jahre verbrachte er im Amsterdamer Stadtzentrum, bevor der Maler von seinen Gläubigern aus seinen Gemächern vertrieben wurde. Das Genie hatte stets Geldprobleme.

Wo vor ein paar hundert Jahren Rembrandt malte, sitzen heute ein Dutzend Kinder auf dem Fußboden und zeichnen das Atelier des Künstlers. Das ehemalige Haus des vermutlich bekanntesten niederländischen Malers ist mittlerweile zum Museum umfunktioniert worden.

Das dreistöckige Gebäude ist genauso alt wie Rembrandt selbst, der 1606 in der südniederländischen Stadt Leiden geboren wurde. Schon als Malerlehrling siedelte er nach Amsterdam um.

1639 bezog der mittlerweile angesehene Maler seine Gemächer gemeinsam mit seiner damaligen Frau Saskia, die aus einer reichen, adligen Familie aus Amsterdam stammte. Satte 13 000 Gulden bezahlten die beiden für das Haus. Der Durchschnittslohn lag damals bei rund 200 Gulden im Monat.

Es scheint, als lebten die beiden immer noch in den elf kleinen, verwinkelten Zimmern mit den niedrigen Decken. In der Küche im Erdgeschoss liegen noch die Koch-Utensilien neben einem großen Kupferkessel.

Die blauen Samtvorhänge des Bettes von Saskia – es ist in der ersten Etage – sind zurückgeschlagen. Auf den weißen Laken liegt eine rote Überdecke. Hier starb Rembrandts Frau Saskia 1642 nach einer langen Krankheit.

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