Anschläge: Polizei jagt ICE-Saboteur mit Hubschrauber

Anschläge
Polizei jagt ICE-Saboteur mit Hubschrauber

Die Polizei auf der Jagd: Nach der Serie von Anschlägen auf Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ ICE in Nordrhein-Westfalen sucht die Polizei den Täter mit nächtlichen Hubschraubereinsätzen. Dieser hatte mehrfach im Schutz der Dunkelheit massive Metallplatten auf die Gleise von ICE-Strecken geschraubt.

HB DÜSSELDORF. Das Streckennetz werde mit Nachtsichtgeräten überflogen, bestätigte das Bundespolizeiamt in Köln. In der vergangenen Nacht seien Hubschrauber im Raum Kleve und über Düsseldorf unterwegs gewesen. Nach dem jüngsten Anschlagversuch Ende Januar seien die Kontrollen nochmals verschärft worden.

Der Täter hatte mehrfach im Schutz der Dunkelheit massive Metallplatten auf die Gleise von ICE-Strecken geschraubt. Die Ermittler suchen nach einem 35- bis 40-jährigen Mann. Bahn und Staatsanwaltschaft haben 12 000 Euro Belohnung ausgesetzt.

Ende Januar war beim inzwischen vierten Anschlag in zwei Jahren im Ruhrgebiet der ICE von Amsterdam nach Frankfurt/Main mit 130 Stundenkilometern auf eine fest geschraubte Metallplatte gefahren, ohne zu entgleisen. Der Zug hatte den Klotz vor sich hergeschoben und kam nach einer Schnellbremsung 400 Meter weiter zum Stehen. Von den 230 Fahrgästen wurde niemand verletzt. Bislang blieb es bei allen Anschlägen bei Sachschäden.

In einem Fall konnte ein psychisch kranker Nachahmungstäter festgenommen werden. Der Maschinenbau-Ingenieur hatte wenige Monate nach Fällen in Kamen und Wesel in Castrop-Rauxel bei Dortmund eine Metallplatte auf die Schienen montiert. Die verschraubte Metallplatte in Oberhausen hatte Ähnlichkeit mit den früheren Fällen aufgewiesen.

In Castrop-Rauxel war im Juni 2004 ein Regionalexpress mit 120 Stundenkilometern über die Metallplatte des festgenommenen Ingenieurs gefahren. Der Zug wurde beschädigt, verletzt wurde niemand. Zwei Monate zuvor hatte der Unbekannte bei Kamen in einer Baustelle drei Metallplatten auf Schienen geschraubt, über die ein ICE mit 90 Stundenkilometern fuhr. Mitte April gab es einen ähnlichen Anschlag auf eine Strecke bei Wesel. Auch dort gab es keine Verletzten.

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