Anschlagsversuch
Auf Fluggäste kommen längere Wartezeiten zu

Fluggäste müssen sich nach dem vereitelten Terroranschlag in einem US-Flugzeug auf schärfere Kontrollen und längere Wartezeiten einstellen. Die Bundespolizei kündigte am Montag verstärkte Leibesvisitationen an. Auch die Lufthansa verschärfte ihre Sicherheitsvorkehrungen.
  • 0

FRANKFURT. Zudem wird der Einsatz von sogenannten Nacktscannern an Flughäfen diskutiert. Die Lufthansa riet Passagieren mit Flugziel USA, mindestens drei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein und so wenig Handgepäck wie möglich mitzunehmen. Die US-Behörde für die Sicherheit im Luftverkehr (TSA) habe neue Vorgaben gemacht, etwa dass die Passagiere eine Stunde vor der Landung ihren Platz nicht mehr verlassen dürften, sagte LH-Sprecher Peter Schneckenleitner der Nachrichtenagentur APD. Auch ihre eigenen Sicherheitsmaßnahmen habe die Lufthansa verschärft, sagte der Sprecher, ohne Details zu nennen.

Eine Bundespolizei-Sprecherin erklärte im Sender MDR Info, der Vorfall in Detroit habe gezeigt, dass Fluggäste gefährliche Stoffe am Körper tragen könnten. Deshalb seien persönliche Nach-Kontrollen wichtig, zum Beispiel mit einem Handscanner. Bisher sei das nur vereinzelt der Fall gewesen. Das vorhandene Personal an den Flughäfen reicht nach Angaben der Sprecherin für die zusätzlichen Kontrollen aus. Eine Aufstockung der Bundespolizei sei nicht notwendig.

Den Einsatz der umstrittenen Nacktscanner auch auf deutschen Flughäfen befürwortete der Leiter des Essener Instituts für Terrorismusforschung und Sicherheitspolitik, Rolf Tophoven. "Ich bin grundsätzlich für jede Maßnahme, die geeignet ist, Flugzeuge vor Anschlägen zu schützen", sagte er der "Mittelbayerischen Zeitung". Der CDU-Sicherheitsexperte Wolfgang Bosbach sagte der "Bild"-zeitung, er erwartet erste Probeläufe mit Scannern bereits im Jahr 2010.

Gegen den Einsatz dieser Geräte wandte sich die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG). "Nacktscanner gehen zu weit", sagte der Vorsitzende Rainer Wendt der "Berliner Zeitung". "Sie verstoßen gegen die Menschenwürde. Sie sind auch nicht nötig, wenn mehr Personal eingesetzt wird."

Seite 1:

Auf Fluggäste kommen längere Wartezeiten zu

Seite 2:

Kommentare zu " Anschlagsversuch: Auf Fluggäste kommen längere Wartezeiten zu"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%