Ausstand bei Tochtergesellschaften
Lufthansa drohen Streiks im Sommer

Bei den Tochtergesellschaften Cityline, Eurowings und Germanwings der Lufthansa könnte es im Juni weitere Warnstreiks und ab 1. Juli unbefristete Streiks der Piloten geben. Das würde den gesamten Flugplan durcheinander wirbeln.

DÜSSELDORF. Bei den Tochtergesellschaften Cityline, Eurowings und Germanwings der Lufthansa könnte es im Juni weitere Warnstreiks und ab 1. Juli unbefristete Streiks der Piloten geben. "Die Vergütungsverhandlungen sind mit allen drei Gesellschaften gescheitert. Seit Montag läuft deshalb unter unseren Mitgliedern eine Urabstimmung. Sprechen sich mehr als 70 Prozent der Piloten dafür aus, dann sind unbefristete Streiks möglich", sagte Thorsten Gommert, Verhandlungsführer der Pilotenvereinigung VC Cockpit, dem Handelsblatt. Weitere Warnstreiks wie am Dienstag bei der Cityline, von denen 45 Flüge betroffen gewesen wären, seien "jederzeit möglich".

Die Töchter sind mit ihren 1 400 Piloten (von insgesamt knapp 6 000) zwar nur ein kleiner Teil des Konzerns, ein Streik würde jedoch den gesamten Flugbetrieb der Lufthansa durcheinander wirbeln. Eurowings und Cityline organisieren die Zubringerflüge in die Drehkreuze Frankfurt, München und Düsseldorf. Mit Germanwings versucht Lufthansa seit fünf Jahren, den führenden europäischen Billigfluglinien Ryanair und Easyjet Paroli zu bieten. Vor zwei Wochen bewiesen die Piloten bereits ihre Schlagkraft: 97 von 99 Maschinen blieben am Boden.

Die Piloten der Töchter verdienen schlechter als ihre Kollegen bei Lufthansa Classic und Cargo. Details nennen weder Lufthansa noch die Gewerkschaft. Die Gehaltsforderungen treffen Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber zu einem ungünstigen Zeitpunkt - nach einem Rekordjahr 2007, das Begehrlichkeiten geweckt hat, und während eines kritischen Jahres 2008, in dem die Kosten wegen des hohen Ölpreises zu explodieren drohen. Branchenbeobachter erwarten, dass Mayrhuber hart bleiben wird. In einem Interview mit der "Welt" sagte er am Dienstag: "Unser Spielraum in den Tarifverhandlungen ist angesichts der steigenden Treibstoffpreise sehr, sehr eng."

Tanja Kewes
Tanja Kewes
Handelsblatt / Chefreporterin
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