Automuseum
Letztendlich Benz!

Nächste Woche verchwinder der Name „Benz“. Zwar könnte Daimler nach dem Verkauf von Chrysler zu seinem alten Namen zurückkehren, der global geschrumpfte Industriegigant soll aber künftig Daimler-Group heißen. Dann erinnert nur noch eines an den Erfinder des Automobils: Ein Museum in Ladenburg.

Der Volkszorn wogt noch immer hoch zwischen Rhein und Neckar. Erst hatten die Konzernmanager in Stuttgart bei der Fusion von Daimler-Benz mit Chrysler den Namen „Benz“ geopfert. Nun, da die amerikanischen Autobauer abgestoßen werden, könnte der schwäbische Gottlieb Daimler mit dem badischen Carl Benz sprachlich eigentlich wiedervereinigt werden. Doch der global geschrumpfte Industriegigant soll künftig Daimler-Group heißen. Was zwar weltläufig klingt, aber die bösesten Spekulationen in der Benz-Heimat ins Kraut schießen lässt:

War der ganze milliardenteure Deal von Fusion und Wiederzerschlagung vielleicht nur die letzte Rache der Gottlieb-Fans, um dem Carl endgültig die welthistorische Schau zu stehlen, der Erfinder des Automobils zu sein?

Denn eines ist nun mal ganz amtlich: Am 29. Januar 1886 erhält Carl Benz das Patent mit der Nr. 37435 auf das erste Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Und auf der Ringstraße in Mannheim fährt Benz am 3. Juli zum ersten Mal mit seinem „pferdelosen Wagen“ außerhalb des Fabrikgeländes. Dass in diesem historischen Fall „Mannem vorn“ ist – wie seine Einwohner im Dialekt sagen –, wird auch jene außerordentliche Hauptversammlung nicht ändern, die den neuen, geschichtslosen Konzernnamen beschließen wird.

Den badischen Widerständlern in Sachen Firmenstolz bleibt indes nicht nur die Vergangenheit, sondern auch eine echte Weihestätte. Denn in Ladenburg, einem Städtchen in der Mitte zwischen Mannheim und Heidelberg, können sie zu einem Autotempel pilgern, über dem wirklich noch der Name „Benz“ prangt.

Ganz ohne Daimler übrigens. Hier in Ladenburg findet sich nämlich das „Automuseum Dr. Carl Benz“. Der Vater der weltweiten Auto-Mobilmachung, der in Mannheim zunächst die Firma Benz & Cie gegründet, sich dann aber mit seinen Partnern überworfen hatte, wollte an einem neuen Standort in Ladenburg eigentlich nur Stationärmotoren bauen.

Doch schon im Jahr 1908, als nach dem Sohn Eugen auch der Zweitgeborene Richard in das Unternehmen eintrat, entschlossen sich Vater und Söhne, in Ladenburg als C. Benz Söhne KG auch Automobile herzustellen. Schon das erste Modell, ein 18 PS starker Wagen, fand begeisterte Kunden.

Bis in den Anfang der 20er-Jahre wurden in Ladenburg rund 300 Automobile gebaut. Die letzten beiden Exemplare ließ Carl Benz zum Eigenbedarf zusammenschrauben. Diese Fahrzeuge existieren noch heute und sind Prachtstücke des Museums.

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