Bahnverbindung
Schneller in die Schweiz

Die Bahn baut ihre Strecke in die Schweiz aus. Damit soll die Fahrt von Karlsruhe nach Basel künftig kürzer werden. Ein anderes Projekt liegt dagegen auf Eis.

ZÜRICH. Das Bundesministerium für Verkehr in Berlin investiert in den Ausbau der Eisenbahnverbindungen in die Schweiz. Knapp drei Mrd. Euro sollen bis zum Jahr 2010 in die Strecke von Karlsruhe über Freiburg nach Basel gesteckt werden. Dies geht aus einer Liste des Verkehrsministeriums hervor, die insgesamt elf Projekte aufzählt, die in den nächsten vier Jahren in Angriff genommen werden sollen. Die bessere Anbindung an die Schweiz ist das finanziell aufwendigste Vorhaben auf dieser Liste.

Es gewinnt vor dem Hintergrund an Bedeutung, dass derzeit in der Schweiz am Lötschbergtunnel und an einem neuen Gotthard-Basis-Tunnel gearbeitet wird, die die Fahrtzeiten zwischen Norden und Süden erheblich vermindern werden. Der Ausbau der Rheinstrecke bei Freiburg wird die Fahrtzeit dann noch einmal verringern. Sind alle Abschnitte fertig, soll die Zeitersparnis allein auf deutscher Seite zwischen Karlruhe und Basel rund eine halbe Stunde betragen. Die Deutsche Bahn rechnet nach eigenen Angaben damit, dass die von zwei auf vier Bahnen erweiterte Rheinstrecke zur Eröffnung des neuen Gotthardtunnels, die voraussichtlich 2015 stattfindet, fertig sein wird.

Während diese Pläne in der Schweiz auf Beifall stoßen, liegt ein anderes Projekt offenbar auf Eis: die Elektrifizierung und der Ausbau der Strecke von München bis an die Schweizer Grenze. Sie ist das zweite für die Schweiz wichtige Ausbauanliegen, bleibt aber auf der aktuellen Prioritätenliste aus Berlin unberücksichtigt. Realistisch wird ein Ausbau erst, wenn neben der Schweiz auch das Bundesland Bayern Geld zumindest als Vorfinanzierung dazu zahlt.

Vom Ausbau in Deutschland hängt entscheidend ab, wie sehr das Schweizer Schienennetz, das derzeit mit einem Aufwand von mehr als zehn Mrd. Euro ausgebaut wird, genutzt wird. Das Projekt, das in der Schweiz unter dem Namen „Neue Alpentransversale“ (Neat) firmiert, beinhaltet den Bau des 34,6 Kilometer langen Lötschbergtunnels, dessen Inbetriebnahme für das nächste Jahr vorgesehen ist. Die insgesamt 99 Kilometer Tunnelröhren und Verbindungsstollen des Gesamtsystems sind inzwischen vollständig ausgebrochen. Die ersten Testzüge können bereits im kommenden Monat rollen.

Aufwendiger noch ist der neue 57 Kilometer lange Gotthard-Basis-Tunnel. Finanziert wird die Neat mit Hilfe eines Spezialfonds, der aus drei Quellen gespeist wird: aus der Schwerverkehrsabgabe, die Lastwagenfahrer zahlen, aus Mineralölsteuereinnahmen und aus einem Promille der Mehrwertsteuer.

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur
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