Bahnverkehr bleibt länger gestört
Erneut Riss in ICE-Achse entdeckt

Bahnreisende müssen sich noch bis Weihnachten auf Verzögerungen im ICE-Verkehr einstellen. Grund sind die zusätzlichen Sicherheitstests an einem Teil der ICE-Flotte. Dabei wurde in dieser Woche erneut ein Riss in der Achse eines Zuges entdeckt.

ap BERLIN. Bahnkunden müssen noch bis Weihnachten mit Problemen im Zugverkehr rechnen. Dies teilte Bahnchef Hartmut Mehdorn in Berlin mit. Hintergrund sind die zusätzlichen Sicherheitstests an den ICE und ICE-T-Zügen. Dabei wurde diese Woche abermals ein millimeterfeiner Riss an einer Achse entdeckt, wie ein Bahnsprecher am Freitag mitteilte.

Mehdorn sagte am Donnerstagabend, es werde auf absehbare Zeit bei Behinderungen bleiben: „Wir werden in den nächsten sechs Wochen wohl keine großen Marscherleichterungen kriegen.“ Damit sei die bisherige Ansage hinfällig, dass der Zugverkehr ab Mitte November wieder normal läuft. „Das wird sich so nicht darstellen lassen“, sagte Mehdorn. Ein Bahnsprecher ergänzte, bis zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember wolle man wieder „nahezu alle Zugfahrten auf den ICE-T-Linien abdecken“. Auch dann würden aber noch Ersatzzüge eingesetzt; Sitzplatzengpässe und leichte Verspätungen könne es auch dann noch geben.

Seit Mitte Oktober müssen sich Bahnkunden mit überfüllten Zügen und Verspätungen plagen. Teils gelten ihre Reservierungen nicht, weil die Züge kürzer als üblich sind; teils werden statt ICE nur Intercity-Züge eingesetzt.

Die Bahn hatte als Konsequenz aus einem ICE-Unfall mit Achsbruch in Köln vom 9. Juli entschieden, die hochmodernen Züge alle 30 000 Kliometer zu überprüfen - das heißt alle 20 Tage.

Verschärft wurde das Problem, als die Bahn Ende Oktober ihre ICE-T-Züge mit Neigetechnik in die Werkstätten rief. Zuvor war an der Achse eines solchen Zugs ein millimeterfeiner Riss entdeckt worden. Nun gibt es einen zweiten solchen Fund, wie ein Bahnsprecher bestätigte.

Mehdorn betonte, dass man mit den häufigen Inspektionen zum Wohle der Kunden auf Nummer sicher gehe. „Wenn die Intervalle eingehalten werden, sind die Züge, die fahren, sicher“, sagte er. Doch könne die Bahn mit so kurzen Prüfabständen den Verkehr nicht fahrplanmäßig aufrecht erhalten. „Mit 30 000 können wir nicht leben“, sagte Mehdorn.

Die Hersteller seien aufgefordert worden, verbindlich zu sagen, wie oft die Züge inspiziert werden müssen. Dies sei in vier bis sechs Wochen zu erwarten. Schadenersatzansprüche behalte sich die Bahn vor. Das Unternehmen will zwölf weitere ICE anschaffen, hat aber noch nicht entschieden, wo sie gekauft werden. Mit einer Lieferung wird nicht vor 2010 gerechnet.

Auf die Frage, ob die Probleme bis zum Weihnachtsverkehr gelöst seien, sagte der Bahnchef: „Das hoffen wir.“ Normalerweise hole man für den Zusatzverkehr über die Feiertage Züge aus den Depots. Jetzt aber seien alle verfügbaren Züge bereits im Einsatz oder in den Werkstätten.

Probleme gibt es nach Angaben der Bahn Bahn vor allem auf vier ICE-T-Strecken:

- Hamburg - Berlin - Leipzig - München

- Wiesbaden - Frankfurt - Leipzig - Dresden

- Stuttgart - Singen - Zürich

- Dortmund - Koblenz - Mainz - Frankfurt - Nürnberg - Passau Wien.

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