So lebt sich der Traum vom eigenen Baumhaus

Mein Leben im Baumhaus – Teil 6
Arbeiten und Aussteigen

So stellen sich viele das Leben im Camper vor: unabhängig sein, die Freiheit genießen, jederzeit den Wohnort wechseln können, wenn es einem nicht mehr passt. Was aber bedeutet es tatsächlich?

BerlinGabriele hat mit ihrem Mann beschlossen, alles hinter sich zu lassen und in einen Camper umzuziehen. „Die Reaktionen in Familie und Bekanntenkreis sind sehr unterschiedlich, von Neid und Bewunderung bis hin zu völligem Unverständnis”, schreibt sie in ihrem Blog auf lebenimwohnmobil.eu.

Auslöser für diese Entscheidung war die Diagnose einer Posttraumatischen Belastungsstörung für die mittlerweile 52-Jährige im Jahr 2007. Keine Therapie oder Reha half, daher wurde sie 2009 zur Frührentnerin. Seit 2015 reisen ihr Mann Joachim und sie durch die Republik, Wohnung und Hausstand haben die beiden komplett aufgegeben.

Seit ich meinen Selbstversuch „Leben im Baumhaus“ in Berlin gestartet habe, stelle ich fest, wie viele Menschen sich nach alternativen Wohnformen umschauen. Sie sind wie ich auf der Suche nach dem Gefühl von Freiheit und mehr Ausgeglichenheit. Deshalb häufen sich in Deutschland Fälle wie der von Gabriele Remscheid.

Leben im Camper ist der Aussteigertraum vieler Menschen. Egal ob jung oder alt, dieser Lebensstil erfüllt die Sehnsucht nach Freiheit und die Abenteuerlust. Auch die Anzahl der Digital Nomads, also Menschen, die von unterwegs und online arbeiten, wächst. Warum bis zur Rente warten, wenn man auch vorher schon ortsunabhängig sein kann?

Laut einer Info-Grafik von „I am Digital“ ist der Anteil von Telearbeit zwischen 2005 und 2012 um 80 Prozent gestiegen. Im Internet finden sich zahlreiche Ratgeber und Tipps zum Reisen im Camper und zum Leben als Digitalnomade. Die Webseite wirelesslife.de gibt einen kompletten Überblick über die besten Orte weltweit für das Arbeiten von unterwegs, inklusive Lebenshaltungskosten und Internetverfügbarkeit/ - qualität. Auch der Staat macht es einem nicht so leicht, denn der Wohnsitz muss an einem festen Ort in Deutschland angemeldet sein.

Seit 2009 betreiben Steffi und ihr Mann Olaf Mitkowsky das digitale Nomadentum. Sie leben gemeinsam mit ihrem Hund in einem ausgebauten Lkw und sind hauptsächlich zwischen Brandenburg und der Algarve in Portugal unterwegs. Die beiden wollten unterwegs und unabhängig sein. Sie betreiben den Reiseblog keine-eile.de und haben noch ein paar andere Projekte, mit denen sie in die Selbständigkeit gestartet sind.

Ausschließlich romantisch ist das Leben nicht, wie die beiden jetzt nach ein paar Jahren Erfahrungen sagen. Auch wenn die Freiheit erstklassig ist, es gibt keine Heimat und kein Haus mehr, wohin man zurückkehren und mal Kraft auftanken kann. Die drei leben auf neun Quadratmetern, der Platz ist sehr begrenzt, vor allem wenn das Wetter nicht so mitspielt.

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Arbeiten und Aussteigen

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Mit der Arbeit wird es schwieriger

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