Behinderungen allerorten
Winterchaos legt erste Tankstellen trocken

Tief „Petra“ hat Deutschland überquert und fast überall Schneefall, Sturm und Eis gebracht. Auf den Autobahnen herrscht noch immer Chaos. Die Witterung wirbelte auch den Flugverkehr mächtig durcheinander und stellte die Deutsche Bahn vor Probleme. Die ersten Tankstellen melden Engpässe beim Treibstoff.
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HB BERLIN. "Petra" ist so gut wie weg und hinterlässt Schnee, Frost und Glätte in Deutschland. Nach Durchzug des Sturmtiefs hob der Deutsche Wetterdienst (DWD) in der Nacht die meisten Unwetterwarnungen auf. Ruhig ist es aber dennoch nicht. Drei Menschen starben bei Autounfällen auf glatten Straßen in Bayern. Auch der Luftverkehr war zeitweise beeinträchtigt, der Flughafen Frankfurt war für ein reibungsloses Räumen der Start- und-Landebahnen für eine Stunde geschlossen. Vielerorts soll am Freitag die Schule ausfallen, weil die Busbetriebe den Transport der Kinder nicht gewährleisten können.

Den ersten Tankstellen geht wegen des Winterwetters bereits der Treibstoff aus. Im Süden Niedersachsens könnten Tanklastwagen wegen der Straßenverhältnisse nur schwer die Tankstellen erreichen, teilte die Polizei mit. Bei Sichtweiten unter 50 Metern oder Glätte müssen Gefahrgut-Transporter den nächsten Parkplatz anfahren. In Göttingen wurden demnach bereits Superbenzin und Diesel zur Mangelware.

Besonders betroffen seien Stationen in den Mittelgebirgen wie im Harz, Erzgebirge oder Thüringer Wald. Der Verband der Mineralölwirtschaftsverband betonte aber, dass dies noch keine Krisensituation sei. Deutschland habe mit rund 15 000 Stationen ein sehr dichtes Tankstellennetz. Es werde ständig daran gearbeitet, die Versorgungskette nicht abreißen zu lassen. „Sollte an einer Tankstelle vorübergehend das Benzin knapp werden, könnten die Autofahrer meist auf eine andere ausweichen“, sagte Verbandssprecherin Karin Retzlaff. Einige Mineralölfirmen wie etwa Shell hätten allerdings schon von Lieferproblemen berichtet.

Problem sei, dass die Tankstellen nur begrenzt Treibstoffvorräte vorhalten und daher regelmäßig beliefert werden müssen. Nach Angaben des Verbandes hatte es wegen der Straßenbedingungen auch in einem großen Tanklager in Thüringen schon Schwierigkeiten mit der Auslieferung gegeben.

In Nordrhein-Westfalen herrschte weiter Chaos auf den Autobahnen. Von Donnerstagabend um 20 Uhr bis Freitagmorgen um 4 Uhr kam es zu 251 Unfällen mit acht Schwer- und elf Leichtverletzten. Es enstand ein Schaden von 690 000 Euro. In der Nacht durften im ganzen Land keine Lastwagen über 7,5 Tonnen mehr fahren. Das Fahrverbot wurde am Morgen aufgehoben.

Dutzende Laster waren zuvor im Schnee steckengeblieben oder an eisglatten Steigungen gescheitert. Insgesamt bildeten sich gegen Mitternacht Staus von insgesamt 185 Kilometern, teilweise waren diese bis zu 40 Kilometern lang. Im Bergischen Land auf der A4 standen 50 Brummis hintereinander. Die A 1 war am Morgen an drei Stellen zwischen dem Kreuz Leverkusen und Wuppertal gesperrt. Bei Dortmund, Köln und Münster waren sämtliche Autobahnen gesperrt. Ein Sprecher der Polizei in Köln sprach von einem "Riesenkriminalfall". Autofahrer saßen teilweise stundenlang in ihren Wagen fest und mussten mit Getränken und Decken versorgt werden.

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