Behinderungen am Freitag
Bahner streiken – Züge fallen aus

Nicht genug, dass Verspätungen zum Alltag von Bahn-Reisenden und Pendlern gehören. Nun fallen auch noch ganze Züge aus. In drei Bundesländern haben die Beschäftigten des Staatskonzerns mit Warnstreiks begonnen. Das bleibt nicht ohne Wirkung auf andere Teile Deutschlands.

HB KÖLN/SAARBRüCKEN. Zunächst legten in Saarbrücken, Trier, Dortmund und Köln rund 400 Eisenbahner die Arbeit nieder. Im Verlauf des Morgens und Vormittags sollen Warnstreiks in Düsseldorf, Wuppertal und Duisburg folgen. Der vorerst letzte Bahnhof, der bestreikt werde, solle um 11 Uhr Paderborn sein, sagte Transnet-Sprecher Michael Klein. Einige Züge im Fern- und Nahverkehr hätten „erhebliche Verspätung“ gehabt, in Saarbrücken seien Züge komplett ausgefallen, sagte Transnet-Vorstand Karl-Heinz Zimmermann.

Mit den Aktionen wollen die Gewerkschaften Transnet und GDBA im Tarifkonflikt um eine Arbeitsplatzgarantie Druck auf den Bahn-Konzern ausüben. Rund 1 700 Mitarbeiter sind insgesamt zum Arbeitskampf aufgerufen. Die Warnstreiks beschränken sich auf den Nah-, Fern- und Güterverkehr in Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und in Rheinland-Pfalz. Fahrgäste angrenzender Bundesländer müssen aber auch mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen. Betroffen sind nach Angaben der Bahn vor allem die Fernverbindungen nach Frankfurt und zum Frankfurter Flughafen.

Vor allem Werkstättenarbeiter, die für die Wartung der Züge verantwortlich seien, hätten sich an den Warnstreiks beteiligt, sagte Zimmermann. In Köln hätten am frühen Morgen rund 60 Mitarbeiter im Betriebsbahnhof zwei Stunden die Arbeit niedergelegt, in Dortmund seien es 120 Warnstreikende gewesen. „Schütze deine Bahn“, skandierten die Beschäftigten im Kölner Hauptbahnhof.

„Unser Ziel war, nicht so stark den Kunden zu treffen“, erklärte Transnet-Vorstand Zimmermann. „Wir wollten den Ferienverkehr nicht ganz so stark stören.“ Laut Bahnmitarbeiter Ewald Hell waren allein in Köln während des zweistündigen Warnstreiks sechs ICE-Züge mit Verspätungen zwischen 15 und 30 Minuten betroffen.

Service-Nummer

Die Bahn richtete eine Service-Hotline ein. Unter der kostenlosen Rufnummer 08 00 / 0 99 66 33 können sich Fahrgäste über die aktuelle Situation informieren. Zudem kündigte die Bahn auf ihrer Internetseite an, dass Passagiere, die wegen streikbedingter Zugverspätungen oder -ausfälle ihre Reise nicht antreten können, den Reisepreis erstattet bekämen oder ihr Ticket kostenlos umtauschen könnten.

Im Tarifkonflikt habe es auch am Donnerstag kein verhandelbares Angebot der Arbeitgeber gegeben, erklärten Transnet-Chef Norbert Hansen und der Vorsitzende der Gewerkschaft GDBA, Klaus-Dieter Hommel. „Das ist jetzt die Antwort der Beschäftigten“, sagten Hansen und Hommel. Die jetzigen Aktionen sind laut Transnet die ersten größeren Warnstreiks bei der Deutschen Bahn seit Frühjahr 2003.

Die bis 2010 vereinbarte Beschäftigungssicherung für die rund 130 000 tarifgebundenen Mitarbeiter gilt bislang nur, solange die Bahn ihre heutige Struktur behält. Beim geplanten Börsengang könnte sich das ändern.

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