Berlin ist die Summe seiner Bezirke, Stadtteile und „Kieze“
Das Brandenburger Einkaufstor

Nicht schlecht ist’s, einen Berliner Tag im „Bateau Ivre“ zu beginnen, dem „Trunkenen Schiff“, das nach einem Gedicht Arthur Rimbauds heißt. Für einen Einkaufsbummel in der Oranienstraße in Berlin-Kreuzberg liegt „der Franzose“ strategisch günstig.

HB BERLIN. „Où, teignant tout à coup les bleuités, délires“ - „die Rhythmen und Delirien, das Blau im rauchigen Schleier“. Wie ein Menetekel steht dies an der Wand des Bistros gepinselt, in dem heute morgen mal wieder halb Kreuzberg zu frühstücken scheint. Schräg über der Straße neben dem legendären Club „SO 36“ haben wir „Knopf und Kragen“ im Blick, in dem jede Menge entsprechender Accessoires geführt werden.

Halblinks, am Kopfende des Heinrichplatzes, ist die „Grüne Papeterie“, in der gerade Kugelschreiber mit Bügelverschlüssen angeboten werden. Prost! Und rechts, benachbart von nostalgisch-revolutionären Buchläden, einem vortrefflichen Fahrradladen mit dem Namen „Zentralrad“ sowie türkischen Backstuben, ist die „Imaginäre Manufaktur“ der Berliner Blindenwerkstatt, Oranienstraße 26. Hier gibt es nicht nur das „Brandenburger Tor“ im Bürstendesign, sondern auch Pumps als Bürsten und Wäschekörbe im Jeanslook.

Einkaufsbummel in Berlin, der Stadt des WM-Endspiels 2006, sind immer auch Spaziergänge durch Stadtquartiere und -milieus, die hier „Kiez“ genannt werden. Jedes Viertel hat seinen eigenen Reiz; einige bestechen durch eine kreative Vielfalt an Angeboten, die in den großen internationalen Ketten ebenso zu finden sind wie in inhabergeführten Läden, die sich mit Pfiff zu behaupten wissen.

Nehmen wir die klassische West-Berliner Einkaufsmeilen Kurfürstendamm und Tauentzien, wo nach wie vor alles vertreten ist, was Luxus verheißt, Glamour und titanische Lebensgefühle. Das Flaggschiff, eben erst wieder glanzvoll durchrenoviert, ist natürlich das „Kaufhaus des Westens“ (KaDeWe), das in einer Liga mit Londons „Harrods“ oder dem New Yorker „Bloomingdales“ spielt. Die Feinschmecker-Etage finden wir im 6. Stock, nachdem wir uns durch die Weihnachtsdeko gestaunt haben.

In den Seitenstraßen, „Off-Kudamm“, – etwa in Knesebeck-, Schlüter-, Bleibtreu- und Mommsenstraße – stöbern wir uns durch eine Ladenwelt, in der es klein, piekfein und dennoch herzlich zugehen kann.

Im Atelier Torretta zum Beispiel (Schlüterstraße 34), in dem es nach Kaffee und edlen Stoffen duftet, erläutert Maßschneider Torretta sein Geschäftsprinzip: „Wir machen alles, auch für Damen. Man kann sich heutzutage nicht mehr auf eine Sache festlegen.“ Wohl auch deshalb verkauft er Espresso-Maschinen und -tassen.

Oder Kindermoden Übermuth, Knesebeckstr. 68. Hier können Kindergarten-Taschen mit Namen drauf bestellt werden. Und Mini-T-Shirts für Neugeborene sind hier zu haben, mit dem zurzeit so hippen Berlin-Schriftzeichen drauf.

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