Bombardier und Netjets profitieren
Privatfliegerei gewinnt an Ansehen

Hersteller und Betreiber privater Businessjets gehören zu den Profiteuren der fortschreitenden Globalisierung. Das Geschäft boomt weltweit.

FRANKFURT. Der Erfolg der privaten Geschäftsflugzeuge lässt sich auch an den hohen Wachstumsraten und steigenden Gewinnen ablesen, die etwa der kanadische Flugzeug- und Eisenbahnhersteller Bombardier zuletzt vorlegte. Den Sprung aus den roten Zahlen auf 249 Mill. Euro Gewinn im Geschäftsjahr 2005/2006 (31. Januar), den die Börse mit einem Plus von zeitweise 20 Prozent honorierte, verdankt Bombardier insbesondere der starken Nachfrage nach Businessjets. Der Konzern ist Marktführer in diesem Bereich, der 2005 auf ein weltweites Volumen von gut 15 Mrd. Dollar kam.

Auch Netjets, der weltgrößte Vermarkter von Teileigentum an Geschäftsflugzeugen, meldet anhaltend starkes Wachstum: „Der Boom wird sich in den nächsten 24 Monaten noch verstärken“, sagt Netjets-Manager Steffen Fries, der das Deutschland-Geschäft des US-Anbieters verantwortet. Netjets ist eine Beteiligung des bekannten nordamerikanischen Investors Warren Buffett.

Der Trend zur Privatfliegerei wird in Deutschland auch durch die zunehmende Verlagerung der Produktion in Schwellenländer angeheizt. Sie erfordert immer mehr Flugreisen in kleinere Städte, die kaum oder nur umständlich mit Linienflügen zu erreichen sind. „50 Prozent unserer deutschen Kunden sind große Mittelständler“, sagt Fries. Außerdem würden bereits fünf Dax-Konzerne auf die Dienste von Netjets zurückgreifen. Fries: „Noch vor zwei Jahren wäre das undenkbar gewesen.“ Die Bandbreite der Netjets-Flotte reicht von der Hawker 400XP mit sieben Sitzen bis zum 40 Mill. Dollar teuren Langstreckenjet Gulfstream 550, der 14 Fluggäste transportieren kann. Je nach Größe des Jets zahlt die Kundschaft für den noblen Taxi-Dienst zwischen 3 000 und 10 000 Euro pro Flugstunde.

Eine Marketing-Kooperation mit Lufthansa soll dazu beitragen, dass die Privatfliegerei ihren Jetset-Beigeschmack verliert. Die seit 2005 laufende Partnerschaft begeistert auch Lufthansa. Der Konzern prüft inzwischen, ob er künftig auch Strecken innerhalb Asiens und den USA als Verlängerung seiner Linienflüge mit Netjets anbietet. Die US-Firma hat ihre Europa-Präsenz massiv ausgebaut und ihre Flotte allein im Vorjahr um 31 neue Flugzeuge auf jetzt 87 Jets aufgestockt. Das freut die Hersteller, deren Produktion auf Hochtouren läuft. So wird Gulfstream, eine Tochter des US-Rüstungskonzerns General Dynamics, sein Hauptquartier in Savannah (Georgia) ausbauen und 300 Mill. Euro in neue Produktionsanlagen stecken. Nach Informationen des Verbands General Aviation Manufacturers Association wurden im Vorjahr erstmals 750 Jets ausgeliefert – ein Plus von 21 Prozent im Vergleich zu 2004.

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