Bombenexplosion
Flughafen von Mallorca wieder offen

Der Flughafen auf der spanischen Ferieninsel Mallorca ist nach einer vorübergehenden Schließung wieder geöffnet worden. Die Anlage war am Donnerstag nach dem Tod von zwei Polizisten bei einem Terroranschlag von den Sicherheitskräften vorübergehend geschlossen worden.

HB PALMA. Wie die spanische Flughafenbehörde AENA mitteilte, dauerte die Sperrung eine Stunde und 40 Minuten. Wegen der Schließung hätten keine Flüge gestrichen werden müssen. Zahlreiche Starts und Landungen verspäteten sich jedoch. Der Flughafen Son Sant Joan ist während der Feriensaison einer der Airports mit dem höchsten Passagieraufkommen in Europa.

Der Flughafen war geschlossen worden, um mutmaßliche Attentäter an der Ausreise zu hindern. Hinter dem Anschlag wird die baskischen Separatistenorganisation ETA vermutet. Durch die Explosion wurden auch mehrere Menschen verletzt. Wie der staatliche spanische Rundfunk RNE am Donnerstag berichtete, war im Badeort Palmanova in der Nähe einer Polizeikaserne ein Sprengsatz in einem Geländewagen explodiert.

Nach Angaben der Ermittler deutet alles darauf hin, dass es sich bei dem Attentat um einen weiteren Anschlag der ETA handelt. Am Mittwoch hatte die baskische Terror-Organisation in der nordspanischen Stadt Burgos vor einer Polizeikaserne eine 200-Kilo-Bombe gezündet und 65 Menschen verletzt.

Unterdessen haben die Ermittler einen weiteren Sprengsatz entdeckt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur EFE berichtete, befand die zweite Bombe sich in einem Auto, das vor einer Polizeikaserne in Palmanova abgestellt war. Sprengstoffexperten der Polizei wollten die Bombe noch am Abend mit einer „kontrollierten Sprengung“ unschädlich machen. Dazu mussten mehrere Gebäude in der Umgebung geräumt werden.

Bei den Opfern auf Mallorca handelt es sich um zwei Beamte der paramilitärischen Guardia Civil (Zivilgarde). An diesem Wochenende werden der spanische König Juan Carlos und Königin Sofía auf der Balearen-Insel erwartet. Spaniens königliche Familie verbringt ihre Sommerferien traditionell im Marivent-Palast auf Mallorca.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte, das Generalkonsulat in Mallorca sei eingeschaltet worden und bemühe sich, in engem Kontakt mit der spanischen Polizei, um Aufklärung, ob Deutsche bei der Explosion in Mitleidenschaft gezogen worden seien.

Bei dem Anschlag benutzten die Terroristen nach ersten Angaben der Ermittler offenbar eine Haftbombe, die sie am Boden eines Polizeifahrzeuges angebracht hatten. Nach Angaben von Augenzeugen entstanden bei der Explosion keine größeren Gebäudeschäden.

Die EU-Kommission hat den Anschlag scharf verurteilt. "Die spanischen Institutionen und Behörden sollen wissen, dass sie im Kampf gegen den Terrorismus die uneingeschränkte Unterstützung der Europäischen Kommission haben", erklärte die Brüsseler Behörde am Donnerstag. Bei der Explosion vor einer Polizeikaserne in Palmanova südwestlich der Hauptstadt Palma de Mallorca waren mindestens zwei Beamte der Guardia Civil getötet worden.

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin will wegen der vorübergehenden Sperrung des Flughafens von Palma de Mallorca keine Flüge streichen. Acht noch geplante Flüge von Deutschland nach Palma sowie 18 Flüge von Palma nach Deutschland sollten mit Verspätung gestartet werden, sagte eine Sprecherin am Donnerstagabend in Berlin.

Auf dem Flugplan standen acht Starts von München, Berlin, Hamburg, Frankfurt, Hannover, Stuttgart, Düsseldorf und Köln. Teils waren Passagiere schon abgefertigt worden und mussten auf den Start ihrer Maschine warten. Während der Sperrung sei kein Air-Berlin-Jet in der Luft gewesen und habe umgeleitet werden müssen.

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