Bormes-les-Mimosas
Ins Blaue

Im Dorf Bormes-les-Mimosas hat die nostalgische Frühlingsfrische der Côte d’Azur überlebt. Es ist, als habe man hier die verlorene Zeit wiedergefunden, als die Côte d’Azur noch in aller Unschuld in der Sonne träumte.

Klick. Klack. Klack, klick! Pétanque ist eine provenzalische Leidenschaft. Schon die Kinder üben eifrig auf der Place Saint-François; in der Schule steht das Boule-Spiel auf dem Stundenplan. Kein Wunder, dass dieser Passion mit Eisenkugeln nachgegangen wird. Schwer müssen die Dinger sein, damit sie liegen bleiben, wenn der Mistral bläst. Der berüchtigte Wind, der aus dem Norden kommt, reinigt die Luft und lässt Himmel und Meer jetzt im Frühling in einem nie gesehenem Blau leuchten. Einem Azurblau, das der Küste seinen Namen gibt.

„Bormes ist der wohl hübscheste Flecken dieses Striches; altes Städtchen, voll winkeliger, kleiner Überraschungen. Drum herum liegen Berge, und man kann zu einer Burgruine spazieren“, notierten Erika und Klaus Mann in ihrem „Buch von der Riviera“. Mit dem „Strich“ ist die westliche Côte d’Azur zwischen Marseille und Saint-Tropez gemeint, mit dem „hübschesten Flecken“ ein mittelalterlich geprägter Ort am Fuß des Massif des Maures, nur wenige Kilometer vom quirligen Badeort Le Lavandou entfernt.

Bormes-les-Mimosas, benannt nach den puderquastenzarten, gelben Blüten der Mimosen, die hier im Winter blühen, ist eine echte Schönheit des Südens in Schminkkastenfarben. Altrosa, goldocker, sienabraun leuchten die Häuser, die sich wie eine Huldigung an die Vertikale den Hang hinauftürmen. Zwischen Miniaturgärten mäandern schmale Gassen. Sie tragen Namen wie „Halsbrechersteig“, „Traverse der Troubadoure“ oder „Sträßchen der Liebenden“.

Im Frühjahr wird die Palette aufgestockt: von Zartrosa bis Fuchsia schäumt die Obstbaumblüte. Glyzinien ranken über Bruchsteinmauern, und Königspalmen überragen die ganze Herrlichkeit. Gleißendes Sonnenlicht und tiefschwarze Schatten bilden harte Kontraste in einer Szenerie, die im 12. Jahrhundert geboren wurde. Drei Kirchen zählt man in dem kleinen Ort und zig Brunnen, deren Wasser plätschern, als erzählten sie eine Geschichte in Noten.

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