Branche im Aufwind
Fliegen wird teurer

Terroranschläge und Sars-Seuche haben den Fluglinien in den vergangenen Jahren schwer zugesetzt. Die Passagiere blieben aus. Um wenigstens ein paar Kunden zu locken, sind die Gesellschaften mit den Preisen runtergegangen. Doch nun wendet sich das Blatt: Den Unternehmen geht es so gut wie lange nicht mehr – was die Gäste beim Ticketkauf zu spüren bekommen.

NEW YORK/DÜSSELDORF. Europas größte Fluggesellschaften, die niederländisch-französische KLM-Air France und die Deutsche Lufthansa, melden Rekordpassagierzahlen sowie für die margenschwache Branche Traumgewinne. Der deutsche Konzern ist voll auf Kurs zur ersten Gewinnmilliarde. „Wir erleben gerade eine der stärksten Wachstumsphasen im Passagierbereich seit mehr als einer Dekade“, schreibt Merrill-Lynch-Analyst Paul Dewberry in einer aktuellen Studie.

Die anhaltend hohe Nachfrage in wichtigen Märkten führt zu einer besseren Auslastung der Flugzeuge und sorgt dafür, dass viele Airlines mit Preiserhöhungen durchkommen. Bei Singapore Airlines etwa übersteigt die Nachfrage bereits das Angebot. Der Lufthansa-Partner würde auf Rennstrecken gerne mehr Passagiere befördern, bekommt aber seinen Riesen-Airbus A380 nicht rechtzeitig geliefert, und muss bis auf weiteres mit kleineren Jets fliegen. Und auch bei Emirates aus Dubai heißt es, das größte Wachstumsrisiko sei eine weitere Verspätung der A380.

Auch im weltgrößten Luftfahrtmarkt USA erhöhen die Airlines die Preise. Nach turbulenten Jahren mit Milliardenverlusten, Massenentlassungen und Konkursanträgen will die Branche ihre Chance zur Gesundung nutzen. Informationen des Internet-Anbieters Bestfares.com zufolge sind die Eckpreise für längere Flüge zwischen Ost- und Westküste bereits deutlich gestiegen: Tickets, die im Jahr 2005 noch regelmäßig für 499 Dollar zu haben waren, würden nun kaum mehr unter 700 Dollar angeboten, berichtet Tom Parsons von Bestfares.

Selbst der Billigflieger Southwest hat seine Schnäppchen-Strategie vorerst ad acta gelegt. Nach sechs kleineren Preiserhöhungs-Runden im Vorjahr hat die Airline ihre Ticketpreise seit vergangener Woche erneut um bis zu zehn Dollar pro Strecke erhöht. Der Aktion des nach Marktkapitalisierung weltweit wertvollsten Flugunternehmens wird Leitfunktion zugesprochen, weil Southwest mit seinem Billig-Image bislang ungern höhere Preise durchsetzte.

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