Budget-Hotellerie
Generation Ibis im Kommen

Preiswerte Hotels sind im Kommen. Große Hotelketten wie Accor, Holiday Inn Express und Motel One planen eine Großoffensive für den preisbewussten Reisenden in Deutschland. Die Zahl der so genannten Budget-Hotels soll sich verdoppeln. Umworben sind vor allem preisbewusste Geschäftsreisende.

MÜNCHEN. Als die französische Hotelkette Accor ab Ende der 80er erste Häuser der 1- und 2-Sterne-Marken Etap, Ibis und Formule 1 in Deutschland eröffnete, überraschte sie Konkurrenz wie Gäste mit offensiv beworbenen Fixpreisen. Für die Branche stand fest: „Ihr werdet Euch den Hals brechen“, erzählt Michael Mücke, Deutschland-Chef der Accor-Budget-Marken. Darin war sich die deutsche Hotellerie so sicher, „dass man uns wie unter einer Käseglocke 15 Jahre lang hat machen lassen“, wundert sich der Manager noch heute.

Mit knapp 70 Hotels der Marke Etap, mehr als 80 Ibis-Hotels und neun Formule 1 ist Accor heute nicht nur Branchenprimus im Budget-Segment. Die Franzosen haben die standardisierte Billighotellerie auch salonfähig gemacht: „Man muss sich heute nicht mehr scheuen, in einem Budgethotel abgeholt zu werden“, weiß etwa Motel One-Geschäftsführer Philippe Weyland. Inzwischen halten nicht mehr nur Handwerker und Handelsreisende vor einem „29,- Euro die Nacht“-Schild. Auch Business Traveller haben die Vorteile klarer und günstiger Preisstrukturen zu schätzen gelernt.

Das Angebot wächst. So hat Motel One die Zahl seiner 2-Sterne-Häuser in den vergangenen zwölf Monaten von zehn auf 17 erhöht - weitere elf sind mit dem Einstieg der Investmentbank Morgan Stanley im Juli „vertraglich gesichert“. Express by Holiday Inn – in Deutschland bislang mit zehn Häusern vertreten – hat Potenzial für rund 40 weitere ausgemacht. In zwei Jahren soll Express damit „die am schnellsten wachsende Hotelmarke in Deutschland sein“, so das Ziel von Entwicklungschef Martin Bowen. Ein Wachstum von derzeit zehn auf 24 Häuser in 2008 verkündet die französische Budget-Kette B&B Hotels. Und selbst Easyjet-Gründer Stelios Haji-Ioannou zielt auf Smartshopper im deutschen Markt: mit „mindestens zehn“ Häusern der Super-Budget-Kette „easyHotels“ bis 2011.

Auch Accor will weiter wachsen. Neben dem Ausbau bereits bestehender Standorte in Großstädten will der viertgrößte Hotelkonzern der Welt, der in Deutschland Marktführer ist, für die Marken Ibis und Etap erstmals auch über Franchise-Verträge in kleinere Städte wie etwa Bamberg gehen. Nur Formule 1 kommt nicht gut an, denn selbst für 22 Euro möchten nur die wenigsten Deutschen ihre Sanitäreinrichtungen auf der Etage mit Fremden teilen.

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