Bürokleidung
Wenn zu viel Sexappeal der Karriere schadet

Über Erfolg im Job entscheidet nicht nur das fachliche Können, sondern auch das Outfit. Das Credo für Frauen in Führungspositionen lautet: Weniger ist mehr, „Sex sells“ war gestern. Modisches Vorbild: Angela Merkel.
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Düsseldorf„Weit geöffnete Blusen, tief ausgeschnittene Shirts und hohe Schlitze sowie extrem kurze Röcke werden mit Erotik assoziiert und haben im Job-Alltag nichts zu suchen. Je mehr Haut ich zeige, desto unseriöser und unprofessioneller wirke ich“, so Kniggeexpertin und Personalitycoach Uta Todenhöfer. Die übliche Marketingstrategie „Sex sells“ funktioniert im Job nicht.

Ein zu tiefes Dekolleté kann dem ersehnten Schritt auf der Karriereleiter sogar im Wege stehen, weiß die Expertin. Besonders in sehr männerlastigen Branchen wie technischen Berufen oder der Politik sollte Frau sich nicht zu tief dekolletiert kleiden. Da gilt: Wer - egal ob Mann oder Frau - im Business arbeitet, muss auch nach Business aussehen.

Mit einem klassischen Outfit liegt man als Frau im Joballtag immer richtig. In Berufen, die hauptsächlich von Männern dominiert werden, fühlen sich viele Frauen entsprechend im Hosenanzug wohl. Ebenso kleiden sich Frauen in höherer beruflicher Position wie Geschäftsführerinnen, Politikerinnen und Managerinnen eher konservativ.

In kreativen Berufen darf gerne modisch experimentiert werden. Outfits, die zu viel Haut zeigen, sind aber auch hier der Karriere nicht förderlich. Dekolletés sollten in allen Branchen und Positionen maximal auf Achselhöhe enden.

Eine große Rolle spielt die Qualität der Stoffe. Das Outfit sollte auch noch nach einem Zehnstundentag frisch und gebügelt aussehen. Gesprächs- und Geschäftspartner assoziieren nämlich unbewusst Knitter und Falten mit Inkompetenz, weiß Todenhöfer. Enorm wichtig ist auch eine sehr gute Passform der Kleidung.

„Die Proportionen müssen stimmen, die Ärmel sollten die richtige Länge haben und der Stil der Kleidung muss auf die Persönlichkeit im Rahmen des jeweiligen Dresscodes der Branche abgestimmt sein.“ Die Fragen, die man sich dabei stellen muss, sind: In welcher Branche arbeite ich? Wie sieht die Corporate Identity des Unternehmens aus? Wer sind meine Kunden? Was möchte ich erreichen? Und nicht zuletzt: Wie sieht mein persönlicher Stil aus? Die Expertin rät: „Signalisieren Sie durch Ihre Kleidung Kompetenz.“

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Helle Farben vermitteln mehr Nähe und Kollegialität

Kommentare zu " Bürokleidung: Wenn zu viel Sexappeal der Karriere schadet"

Alle Kommentare

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  • So wenig Sexappeal wie beim Bundeshosenanzug muß es aber dann doch nicht sein!

  • Ja seit's ihr deppert ?! Des Merkel zieht sich doch nur so an, weil ihr sonst nix steht, weil sie keine Figur hat.

  • Angela als Mode-Ikone???

    Wer sonst hatte bisher den zweifelhaften Mut, gleich mehrfach öffentlich ein Kostüm im Stil der Lagerkleidung von Guantanamo Bay zu tragen? War zugegebenermaßen sogar passend zum Anlaß. Denn zeitgleich wurde der ESM durch's Parlament gepeitscht, damit das BVerfG nicht mehr dazwischenkommt. Hatte ja mit dem EFSF schon so wunderbar geklappt...

    Wer im Team arbeitet, ist zwangsläufig auch dem Dresscode dieser Zwangsgemeinschaft unterworfen. Und das gilt für Männlein und Weiblein gleichermaßen. Ausreißer nach oben oder unten sind Zeichen für einen Mangel an Integrationsbereitschaft und werden von der jeweiligen Truppe entsprechend quittiert.

    Das gilt erst recht für Führungskräfte, denn die spielen schließlich in mindestens zwei Teams gleichzeitig. Als Teamplayer der übergeordneten Ebene und als Vorstand der eigenen Truppe. Das ist bei den Damen dann zugegebenermaßen eine kleine Gratwanderung. Beim Arbeiten wirkt weibliche Erotik eher nervtötend. Denn auch ohne solches Störfeuer gibt es in jeder Bürolandschaft mehr als genug historisch gewachsene Sozialdynamik in den Abläufen, die sich weder mit Logik noch mit Effizienz begründen läßt.

    Der Anzug der Herren ist eigentlich eine Uniform, eine Rüstung aus feinem Zwirn. Die wird nach Feierabend auf einem Bügel symbolisch ins Freie gehängt, damit der Ärger über Nacht abtropfen kann. So trifft der Angriff durch Kollegen und Vorgesetzte nicht die Person, sondern die Rolle.

    Professionelle Kolleginnen, die für voll genommen werden wollen, handhaben das ähnlich.

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