Bulgari-Hotel
Ankleide-Zimmer in Mailand

Das Bulgari-Hotel in Mailand ist eine Weihestätte der Schnörkellosigkeit und des Zurückgenommenen, in dem vor lauter Minimalismus ein Design eigentlich gar nicht stattfindet. Das Statement ist Understatement. Damit ist das „Bulgari Milano“ Vorbild für eine neue Generation von Designerhotels mit Luxus- und Couture-Labels.

MAILAND. Vor dem etwas versteckt gelegenen Haus am Ende der kleinen Mailänder Privatstraße „Fratelli Gabba“ scheint sich auch die Natur zurückgenommene Eleganz auferlegt zu haben. Nichts als ein sehr vager Duft von den Kirschblüten am Eingang weht herüber zum Hotel „Bulgari Milano“. Beinahe fröhlich öffnet ein junger Mann in braunem, kragenlosen Pullover; drinnen wird der Gast mit umsichtiger Beiläufigkeit willkommen geheißen – wie einer, der sich lange hat nicht mehr sehen lassen und jetzt auf einen Sprung vorbeikommt.

Niemand vermisst hier die klischeelastigen Versatzstücke der Grand-Hotellerie mit ihren Livrees, Zylinderhüten und Bordüren. Das Bulgari-Hotel in Mailand ist – im Gegenteil – eine Weihestätte der Schnörkellosigkeit und des Zurückgenommenen, in dem vor lauter Minimalismus ein Design eigentlich gar nicht stattfindet. Das Statement ist Understatement.

Die Qualität der Architektur offenbart sich vielmehr in den Details der Materialien, zu denen schwarzer Marmor aus Simbabwe gehört, Bronze, Eichenholz, dunkle Dioritsteine und natürlich ein angemessener Wohlstand, um in alledem nächtigen zu können. Zwischen 560 und 4 200 Euro kostet eine Übernachtung. Das mediterrane Frühstück, bisschen Toast, bisschen Konfitüre, reichlich Kaffee, kostet 23 Euro, freilich inklusive Gartenblick. Der Garten wurde von den Vorbesitzerinnen – Nonnen – als Klostergarten genutzt, bevor er zur „bulgarischen“ Grünfläche umgewidmet wurde. So etwas wäre, sagen wir, in Clausthal-Zellerfeld nicht der Rede wert – anders in Mailand, wo innerstädtische Gärten eine Rarität sind.

Neben dem Gartenblick ist der zweite Vorteil des Bulgari-Hotels seine fußläufige Nähe zu den Straßen und Gassen der Stadt, wo die Mode- und Luxusgütermarken ihre Waren feilbieten. Showroom an Showroom, Laden an Laden liegen dicht an dicht beieinander im „goldenen Dreieck“ zwischen Piazza dela Scala, Piazza Cavour und Corso Monforte, zwischen Via de la Spiga und Via Montenapoleone.

Hier ist auch das Hauptquartier von Armani, mit Shops und Schaufenstern. Gut vorstellbar, dass der Modekonzern in der Gegend auf der Suche ist – nach einem Grundstück für ein geplantes Armani-Hotel. Armani will jedenfalls 2008 im „Burj Dubai Tower“ in Dubai ins Hotelgeschäft einsteigen. Und auch weitere Luxus-, Lifestyle- und Modemarken sind dabei, Hotels und Ferienresorts zu gründen. Einige gehören noch zu gigantischen Baustellen, andere sind erst Blaupausen. Noch in diesem Jahr möchte das Modehaus Missoni ein Hotel in Kuwait eröffnen. Versace betreibt seit sechs Jahren eine Ferienanlage für extrem Wohlhabende in Queensland; das „Palazzo Versace“ lässt sich als das teuerste Hotel Australiens feiern, bietet aber Übernachtungen für umgerechnet 300 Euro an, inklusive Frühstück und zwei Handtüchern zum Mitnehmen. Einen weiteren „Palazzo“ will Versace im nächsten Jahr auch in Dubai eröffnen. Seit wenigen Monaten betreibt Bulgari auf Bali ein Ferienresort mit Villen zwischen 300 und 1 300 Quadratmeter Wohnfläche und zu rund 900 Euro die Nacht.

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