Caspian Airlines
Iran: Flugzeug mit 168 Insassen abgestürzt

Bei einem Absturz einer Passagiermaschine in Iran sind vermutlich alle Insassen ums Leben gekommen. An Bord des Fluges der Caspian Airlines sollen auch zehn Mitglieder der iranischen Judo-Jugendnationalmannschaft gewesen sein.

HB TEHERAN. An Bord des Fluges nach Eriwan waren überwiegend armenische Passagiere, dazu einige Georgier und Reisende anderer Nationalitäten, wie ein Sprecher der Fluggesellschaft in der armenischen Hauptstadt mitteilte. Auch zehn Mitglieder der iranischen Judo-Jugendnationalmannschaft waren dem iranischen Fernsehen zufolge an Bord. Es wollte sich zusammen mit dem armenischen Team auf einen Wettkampf Anfang August in Ungarn vorbereiten, hieß es..

Die Passagiermaschine vom Typ Tupolew der Caspian Airlines sei in der Kaswin Provinz, rund 120 Kilometer nordwestlich von Teheran, abgestürzt, meldeten mehrere Radio- und Fernsehsender. Die Feuerwehr am Unglücksort bei Kaswin habe berichtete, dass niemand überlebt habe. Die Passagiermaschine der Caspian Airlines soll auf dem Weg von Teheran nach Eriwan im Armenien gewesen sein, als es 16 Minuten nach dem Start abstürzte. Den Berichten zufolge ereignete sich der Absturz um 11.33 Uhr (Ortszeit, 9.03 Uhr MESZ).

Nach Angaben der Rettungsdienste in Kaswin ging das Flugzeug in Flammen auf und wurde vollständig zerstört. "Es ist mit höchster Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass alle Passagiere an Bord ums Leben kamen", sagte der Leiter der Einsatzkräfte in Kaswin, Hossein Bahsadpur, der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA.

Reporter des Senders IRIB berichteten, Trümmerteile des Fliegers seien im Umkreis von mehreren hundert Metern um die Absturzstelle herum verstreut. Auf ersten Fernsehbildern war zu sehen, dass die Maschine auf ein Feld gestürzt ist.

Die Fluggesellschaft Caspian Airlines wurde 1993 als Joint-Venture des Irans und Russlands gegründet. Seitdem fliegt sie primär inneriranisch beziehungsweise Kurz- und Mittelstrecken zu Destinationen im Nahen Osten und nach Europa. Sie benutzt Flugzeuge russischer Bauart.

Der Iran hat die relativ häufigen Flugzeugabstürze im Lande wiederholt auf die Wirtschaftssanktionen seitens der USA zurückgeführt, weil dadurch keine Ersatzteile für Flugzeuge beschafft werden könnten. Beobachtern zufolge trifft dies allerdings kaum auf russische Maschinen zu.

Stichwort: Tupolew Tu-154

Die Passagierflugzeuge der Marke Tupolew aus der ehemaligen Sowjetunion sind noch in vielen Regionen der Welt im Einsatz. Die größere dreistrahlige Tupolew-154, das erste moderne Mittelstreckenflugzeug sowjetischer Bauart, absolvierte ihren Jungfernflug 1968. Sie ähnelt in Design und Bauweise stark der Boeing 727, einem der erfolgreichsten Passagierflugzeuge der Welt, das allerdings mittlerweile veraltet ist.

Die Tupolew ist normalerweise für 164 Passagiere ausgerüstet und im Grundmodell 47,9 Meter lang. Die modernisierte Tu-154 M mit einem Vier-Mann-Cockpit erreicht eine maximale Reisegeschwindigkeit von 950 Kilometern pro Stunde. Die Reichweite beträgt maximal 6600 Kilometer.

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