Chaos auf Straßen und Schienen
Schnee und Eis legen den Feiertagsverkehr lahm

Die gute Nachricht: An den Luftverkehrsdrehkreuzen Frankfurt und London-Heathrow läuft die Abfertigung fast wieder normal. Dagegen bricht der Reiseverkehr mit Bahn und Auto fast zusammen. Die A2 ist unpassierbar, die Polizei rät von Autofahrten ab. Auch für Heiligabend sieht es frostig aus.
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HB BERLIN/LONDON. Eisregen und Blitzeis haben am großen Reisetag vor Heiligabend den Verkehr in Deutschland teilweise lahmgelegt. Straßen wurden zu gefährlichen Rutschbahnen, in verspäteten Zügen drängelten sich die Menschen, auf teils spiegelglatten Autobahnen ging nichts mehr. Zwei Menschen kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Und neuer Schnee ist schon in Sicht. Entwarnung wenigstens im Flugverkehr: Am Frankfurter Flughafen entspannte sich die Lage. Nach tagelangen Flugausfällen lief auch auf dem größten europäischen Flughafen in London-Heathrow fast alles wieder normal.

Eisregen und Glätte brachten vor allem in Nord- und Ostdeutschland den Verkehr ins Rutschen. Eine bis zu fünf Zentimeter dicke Eisschicht bildete sich mancherorts auf den Straßen.

Bei einer Massenkarambolage auf der Autobahn neun (Berlin-München) kam bei Weißenfels in Sachsen-Anhalt ein Mann ums Leben. 51 Fahrzeuge waren in die Unfallserie auf eisglatter Fahrbahn und bei Nebel verwickelt. Zehn Menschen wurden verletzt. Bei dem Unfall zwischen Bad Dürrenberg und Naumburg krachten 45 Autos, vier Lastwagen und zwei Transporter ineinander. Auf der wichtigen und stark befahrenen Nord-Süd-Route bildete sich ein zehn Kilometer langer Stau in Richtung München.

In Schleswig-Holstein starb ein 18-Jähriger nach einem Unfall bei Reinbek. Sein drei Jahre jüngerer Beifahrer wurde schwer verletzt. Ihr Wagen war auf glatter Fahrbahn gegen einen Baum geprallt.

Auf der wichtigsten Ost-West-Trasse, der Autobahn 2, kam der Verkehr nahezu zum Erliegen. Zwischen Hannover und der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt staute sich der Verkehr am Abend in beiden Richtungen auf 100 Kilometer Länge. „Seit Stunden geht hier fast gar nichts mehr. Nur Schritttempo ist möglich“, sagte Holger Heuer von der Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen. Zudem kamen die Streufahrzeuge kaum durch. „Wir raten, gar nicht erst loszufahren“, betonte Heuer.

Auch im Nahverkehr gibt es massive Behinderungen. Im Märkischen Kreis, im Kreis Soest und im Hochsauerland fahren bis auf weiteres keine Busse mehr, im Kreis Olpe wird das Angebot stark eingeschränkt. Auch in Aachen und Teilen von Arnsberg legte der Schneefall den Busverkehr lahm. Häufig kommen nicht einmal mehr Räumfahrzeuge weiter. Im Regierungsbezirk Arnsberg gab es zudem ein Fahrverbot für LKW über 7,5 Tonnen.

Mehr als sechs Stunden war wegen massiver Schneeverwehungen der Zugverkehr zwischen Oldenburg und Puttgarden (Schleswig-Holsten) lahmgelegt. Erst nachdem eine Schneefräse die Strecke geräumt hatte, konnte sie wieder freigegeben werden.

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  • Die Kanzerlin/der feine Herr innenminister bestellt nun mal lieber 38 neue Wasserwerfer anstelle von 200 Schneepflügen - das ist Politik, die aufs Wetter keine Rücksicht nimmt!

    So klug werden wir regiert!

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