Chelsea Flower Show
Ein Schützengraben für den Garten

Die Blumenszene wetteifert auf der Chelsea Flower Show in London um Medaillen und stellt die neueste Gartenmode vor. Dabei lassen sich die Briten auch allerlei schräge Sachen einfallen. Die Queen ist amused.
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LondonEin klassischer Schützengraben in Zickzackform mit Sandsäcken, einem Sehschlitz und einem Feldstecher daneben. Drumherum üppig blühende Pflanzen, dazwischen ein paar verbeulte Konservendosen, eine vergilbte Zeitung und ein blumenübersäter Doppeldecker – so haben Gärtner im Auftrag der Stadt Birmingham einen Schützengraben nachgebaut, um an den Ersten Weltkrieg zu erinnern, der vor 100 Jahren begann. Es ist einer der Beiträge für ein gesellschaftliches Großereignis in London: die Chelsea Flower Show.

Es ist eine britische Institution – seit inzwischen 101 Jahren. Trendsetter unter den Gärtnern stellen hier bis zum Wochenende die neueste Gartenmode vor und wetteifern mit ihren hochtoupierten Kreationen um Medaillen. Für den, der eine bekommt, ist es so etwas wie der ultimative Ritterschlag der Branche.

Zwischen den Gärten haben Hersteller von Traktoren und Rasenmähern, Sommerhüten und Gartenhandschuhen ihre Stände aufgebaut. Hobbygärtner tummeln sich auf dem Gelände genauso wie die Londoner High Society, die mit einem Glas des englischen Sommergetränks Pimm's in der Hand und Absatzschuhen zwischen Bambus, Drachenfiguren aus Muscheln und Riesenkakteen herumstöckelt.

Die Chelsea Flower Show in den historischen Gärten des Royal Hospital Chelsea, einem Heim für pensionierte Soldaten in der Nähe der Themse, ist auf einem Areal von 4,5 Hektar weitaus kleiner als etwa die Bundesgartenschau. Aber sie gilt als die älteste und renommierteste Ausstellung ihrer Art.

Doch bevor die Besuchermassen auf das Gelände gelassen werden, kommt traditionsgemäß die Königin und macht ihren Rundgang. Vor allem von dem Schützengraben-Garten soll sie Medienberichten zufolge in diesem Jahr angetan gewesen sein. Ganz genau habe sie sich die Unterschiede zu den echten Schützengräben aus dem Ersten Weltkrieg erklären lassen, die deutlich enger und verschlammt waren.

Keine 100 Meter weiter erinnert ein anderer Garten an den Ersten Weltkrieg. „No Men's Land“ haben die Gärtner ihre Kreation getauft ­– mit Pflanzen, die an die Somme-Bucht im Norden Frankreichs erinnern sollen, und einem kleinen See in einer Art Bombenkrater.

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Gärtnern ist ein ernsthafter Sport

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