Costa Rica: Ein Urwald im Farbenrausch

Costa Rica
Ein Urwald im Farbenrausch

Die artenreiche Flora und Fauna zwischen Karibik und Pazifik und lange Sandstrände locken Urlauber aus aller Welt an. Immer beliebter werden dabei die so genannten Canopy-Touren. Dabei schweben Touristen an Seilen durch die Baumkronen – und betrachten den Urwald aus der Affenperspektive.

Kommt schnell! Da hinten liegt eine Boa constrictor“, ruft Carlos Mairena aufgeregt und deutet auf einen Mimosenbaum, unter dem sich die zwei Meter lange Schlange zusammengerollt hat. Das Reptil zischt und zeigt seine spitzen Zähne. Einer, der sich auskennt, packt die Boa hinter dem Kopf, und sogleich ringelt sie sich um seinen Arm. Später setzt er sie neben dem Restaurant der Selva Bananito Lodge aus. Von den Einheimischen wird sie als nützliches Haustier geschätzt. „Sie fängt Mäuse“, erzählt Carlos, „für Menschen ist sie harmlos.“

Die Lodge liegt nahe der Karibikküste Costa Ricas in einem rund 1 000 Hektar großen Privatreservat, das der deutschen Familie Stein gehört. Es grenzt an das fast unerschlossene Biosphärenreservat Amistad, das größte Naturschutzgebiet Mittelamerikas. Noch mit 82 Jahren betreibt Vater Rudi Stein Viehwirtschaft auf dem Land, wo die berüchtigte United Fruit Company einst Bananen anpflanzte. Sohn Jürgen, früher Theaterregisseur, leitet das kleine Urwaldhotel, dessen nächste Nachbarn Indianerfamilien sind, die zwei Kilometer entfernt im Urwald wohnen.

Im nahen Teich lauert ein Kaiman auf Beute. Eine Brüllaffenfamilie hangelt sich durch die Wipfel von Mahagonibäumen und droht lautstark einer benachbarten Herde. Das Brüllen dient dazu, das eigene Revier abzugrenzen. Bunt gefiederte Regenbogentukane krakeelen in den Bäumen, Kolibris schwirren hektisch von Blüte zu Blüte, um Nektar zu saugen.

Aus dem Urwald ist das Krächzen von roten Aras zu hören, die in einer Baumhöhle ihre Jungvögel aufziehen. Nach dem frühen Sonnenuntergang senden Tausende von Glühwürmchen Lichtblitze in die Finsternis des lärmenden Urwalds, und Fledermäuse gleiten lautlos durch die Nacht.

In dem komplexen Ökosystem des Dschungels leben Tausende von Tierarten, darunter Jaguare, Pumas, Krokodile, Nasenbären, Eidechsen und die behäbigen Faultiere. Die artenreiche Flora und Fauna und lange Sandstrände locken Urlauber aus aller Welt an.

Es gibt rund 60 Nationalparks und Reservate, die zum Teil durch Wanderwege erschlossen sind. Immer beliebter werden die Canopy-Touren. Dabei schweben Touristen an Seilen durch die Baumkronen und betrachten den Urwald aus der Affenperspektive.

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