Das Meer nimmt alle Sinne in Anspruch - es ist Faszination pur
Traum vom Boot

Der Traum vom Boot ist so alt wie die Seefahrt. Das Spiel mit Wind, Kraft und Wellen, die Jagd nach dem perfekten „Schlag“, der Strecke hoch am Wind, der Kampf mit Urgewalten, die Freiheit, fernab von Dax und Nasdaq den eigenen Kurs zu bestimmen. Man muss wissen, wohin.

Zeit, Wetter, Proviant kalkulieren. Entscheidungen treffen. Blitzschnell. Der Wechsel von Stille zu Sturm, zu Windstille. Die Angelschnur in der Sonne treiben lassen. „Mehr Mojito“, sagte Ernest Hemingway, wenn er im Heck seiner „Pilar“ saß und einen Marlin drillte, nachdem er am Morgen die Bucht von Cojimar verlassen hatte. Man brachte ihm den eisgekühlten Drink. Macht dieses Bacardi-Feeling den Traum vom Boot aus?

„Das Meer ist die einzige Gegend, wo ich mich nicht als Fremder fühle. Es nimmt alle Sinne in Anspruch“, sagt Wilfried Erdmann. Mehrfach hat er die Welt allein umsegelt, zuletzt gegen den Wind. Von Cuxhaven nach Cuxhaven. 343 Tage bei 30 Grad Schräglage in einer Aluminium-Slup von 10,60 Meter Länge. „Ich wollte wissen, ob ich es in meinem Alter noch mit der See aufnehmen kann. Nicht viele sind auf diese Art durchgekommen.“

Der Mann ist 64. Als er 1965 seine Abenteuer begann, habe er die Ferne gesucht und wollte autark sein. „Das kann man nur mit dem Boot machen. Es fasziniert mich, Handwerker und Sportler wie Navigator und Logistiker zu sein. Wenn man sich für ein Jahr ausrüsten muss, ist es ein schönes Gefühl, nichts zu vermissen.“

Freiheit also? „Es ist die Luft. Vor allem auf der Südhalbkugel. Der Kopf wird klar, weil man durch nichts abgelenkt wird, weder Frau, Freunde noch Post. Und wenn mir etwas nicht gefällt? Anker hoch.“ Erdmann schreibt Bücher, hält Vorträge. Aus der Faszination wurde ein Beruf. Das ging nicht nur ihm so.

Segler spielen im Sport längst in der Profiliga. Heute erzielt der America’s Cup fast so hohe Einschaltzahlen wie Fußball und Formel 1. Millionen sehen zu, wie Maxi-One-Design-Yachten, die zwei Millionen Euro plus Betrieb kosten, fast millimeterweise um Vorsprung kämpfen. Die Profis essen Astronautennahrung, um jedes Gramm Bootsgewicht zu sparen. Digitalanzeigen, nur wenige Sekunden zeitverschoben vernetzt mit der Welt, halten fest, ob das Potenzial des Schiffs optimal genutzt ist.

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