Designerin Astrid Brucker
Fast auf der Fashion Week

Die deutsche Designerin Astrid Brucker hat das Abenteuer New York gewagt. Ihre Entwürfe trugen schon Hollywood-Größen, doch statt auf der Fashion Week präsentiert Brucker auf Künstlermärkten - und findet das besser.
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Astrid Brucker streicht die schwarzen Fasern der ärmellosen Weste glatt. Vielleicht noch ein bisschen zu warm für die milden Temperaturen im New Yorker September, aber dennoch ihr Lieblingsstück, wie die Designerin mit einem leicht schwäbelndem Akzent erzählte. Im westfälischen Minden geboren, verbrachte die heute 40-Jährige die ersten zehn Jahre ihres Lebens in Stuttgart, bevor sie mit ihren Eltern in die USA kam. In New York machte sie Karriere und gründete vor vier Jahren ihre eigene Modelinie „astridland“.

Abseits der derzeit stattfindenden New Yorker Fashion Week präsentierte Brucker auf dem Künstlermarkt „Hester Street Fair“ in gemütlicher Atmosphäre zwischen Schmuckständen und Trödlern die aktuelle Kollektion. Die Fashion Week findet Brucker hingegen langweilig. „Mittlerweile ist das alles nur noch für die Presse“, sagt sie. „Die Kleidung an sich ist nur noch sekundär“, sagte sie.

Angefangen hat die Absolventin der New Yorker Parsons Designschule mit Kostümen für Theater und Film, sogar die Schauspielerinnen Scarlett Johansson und Eva Mendes trugen zu Filmproduktionen von ihr geschneiderte Kleider. „Aber dann habe ich festgestellt, dass es nichts für mich ist, in großen Unternehmen zu arbeiten“, sagt die Designerin.

Der entscheidende Moment kam, als sie für eine Musikpremiere ein Kleid entwarf. „Ich habe mit einem Kleidungsstück angefangen, und dann meine Linie darauf aufgebaut“, erzählte sie. Zunächst habe sie ihren Fokus hierbei jedoch auf das Design von Taschen gelegt. „Ich dachte, dass sich Taschen besser verkaufen, denn die muss man schließlich nicht anprobieren“, sagt Brucker. Doch bald merkte sie, dass sich Kleider genau so gut verkaufen. Ihren Stil bezeichnete sie hierbei als „minimal und zeitlos“.

Den Stand auf dem kleinen New Yorker Handwerksmarkt nutzt sie, um Geld zu verdienen. Zwar verkaufen bereits vier Boutiquen in New York Stücke ihrer Kollektion. Die könnten jedoch nicht alle Teile ihrer Linie anbieten, sagte die Designerin. Für ihre Kundschaft insofern aber auch ein Plus, denn „nicht jeder möchte etwas haben, was alle Menschen tragen“, argumentiert sie.

Den Wunsch, Designerin zu werden, hatte Brucker bereits mit vier. „Meine Mutter trug damals ein Chiffonkleid mit Schmetterlingen und ich dachte mir nur, dass das so schön sei“, erinnerte sie sich. Das Nähen lernte sie von ihrer Großmutter, die immer alles selbst gemacht habe. „Ich habe das also im Blut.“

Leicht sei ihr Job allerdings nicht. „Ich arbeite Tag und Nacht“, erzählt Brucker, die alle Teile bei sich zu Hause produziert. „Aber ich liebe das, was ich mache, mehr als alles andere.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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