Deutsche Bahn hat eigene Pläne
Über Tempelhof wird weiter verhandelt

Der Start der Verhandlung über den Betrieb des Flughafen Berlin Tempelhof ist holprig gewesen. Drei Unterbrechungen gab es ehe es richtig losgehen konnte. Schließlich kommt den klagenden Fluggesellschaften ein anderes wichtiges Verkehrsunternehmen indirekt zur Hilfe.

HB BERLIN. Nach drei Unterbrechungen ist die Verhandlung über die Klagen gegen die Schließung des Berliner Flughafens Tempelhof vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg am Dienstagmittag fortgesetzt worden. Das Gericht wies einen Antrag auf Aussetzung des Verfahrens und Befangenheitsanträge gegen mehrere Richter ab. Die Kläger wollen verhindern, dass der Berliner Senat den innerstädtischen Airport zum 31. Oktober 2007 still legt. Am Mittag wollte das Gericht dann mit der Erörterung in der Sache beginnen.

Zur Verhandlung stehen ein Dutzend Klagen gegen die Schließung des traditionsreichen Flughafens. Unklar ist, ob die Verhandlung am Dienstag mit einem Urteil zu Ende geht. Gegen ein Urteil können Rechtsmittel beim Bundesverwaltungsgericht eingelegt werden.

Die Befangenheitsanträge stellten die Kläger, weil die Richter in der Nähe des innerstädtischen Flughafens wohnen. Aus Sicht der Kläger haben sie deshalb ein Interesse an der Schließung des Flughafens. Kurz nach Beginn war die Verhandlung ein erstes Mal unterbrochen worden. Dabei hatten die klagenden Fluggesellschaften die Aussetzung des Verfahrens beantragt, weil die Deutsche Bahn am Vortag bei der Luftfahrtbehörde einen Antrag auf Übernahme der Betriebsgenehmigung gestellt hatte. Damit ergeben sich aus Sicht der Kläger andere Voraussetzungen.

Nach Medienberichten will die Deutsche Bahn AG gemeinsam mit dem deutsch-amerikanischen Investor Fred Langhammer den traditionsreichen innerstädtischen Airport über die Schließung hinaus betreiben. Mit einem Investitionsaufwand von 350 Mill. Euro sollen am Flughafen ein Gesundheitszentrum, ein Hotel ein Schulungszentrum und Gewerbe angesiedelt werden.

Voraussetzung für die Realisierung des Vorhabens ist nach Angaben des Investors und der Bahn das Aufrechterhalten des Flugbetriebs zumindest bis zur 2011 geplanten Eröffnung des Flughafens Berlin- Brandenburg International in Schönefeld. Die Eigentümer der Flughafengesellschaft - Berlin, Brandenburg und der Bund - hatten dagegen mit Blick auf einen hohen einstelligen Millionenverlust pro Jahr in Tempelhof auf der Schließung zum 31. Oktober bestanden.

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