Deutschlands längster Höhenpfad im Hainich eröffnet
Wandern in Baumkronen

Was bisher vor allem im tropischen Regenwald Besucher anlockt, gibt es nun auch mitten in Deutschland: Im thüringischen Nationalpark Hainich wird am 26. August 2005 der längste Baumkronenpfad Deutschlands eingeweiht.

BAD LANGENSALZA. In zehn Metern Höhe beginnt der 310 Meter lange auf Stahlstelzen stehende Holzsteg und steigt mit 6 Prozent bis auf 24 Meter hinauf. Während der Spaziergänger auf dem Waldboden lediglich das Rauschen der Blätter hört, windet sich der Pfad zwischen den sich wiegenden Baumstämmen. "Die Baumkronen sind der vielfältigste Lebensraum", erklärt Andrea Fischer, Betreiberin des Baumkronenpfades in Deutschlands größtem zusammenhängenden Laubwaldgebiet.

Während der Wald-Spaziergänger nur das Rauschen des Windes in den Blättern hört, spürt der Erklimmer der Baumkronenpfades die schwankenden Baumstämme. Damit sie ihre Rinde nicht am Stahlgerüst scheuern, wurden einige Bäume aneinander festgebunden.

Deutschlands längster Baumkronenpfad windet sich in luftigen Höhen über dem Thüringer Nationalpark "Hainich" unweit von Bad Langensalza. Der Weg soll jeden Tag zu begehen sein, sagt Marlies Karl vom Tourismusverband "Hainichland". Nur bei Schnee, Eis und Gewitter bleibt er geschlossen.

Rund 20 Standorte wurden im Nationalpark untersucht, bis man sich für die Wipfel nahe der Thiemsburg zwischen Weberstedt und Bad Langensalza entschied. Dort ist neben Buche, Hainbuch, Feldahorn, Linde und Esche auch die seltene Elsbeere zu finden. Ihr wertvolles Holz kostet 15 000 Euro pro Festmeter. "Daran sieht man, auf welches forstwirtschaftliche Einkommens-Potenzial die Stadt Langensalza verzichtet hat, indem sie 400 Hektar Gelände in den Nationalpark einbrachte", freut sich Andrea Fischer. Aus der Höhe lassen sich Insekten und Vögel wie Spechte und Habichte beobachten. Abends sind auch Fledermäuse zu sehen.

Der Rundkurs beginnt in elf Metern Höhe - nach den ersten 63 Stufen eines 44 Meter hohen Turmes. Ein zwei Meter breiter Holzsteg durchschneidet - nur in wenigen Abschnitten von außen sichtbar - den dichten Laubwald. An vier Stellen weitet sich der Pfad zu kleinen Plattformen mit Bänken und Holzkunstwerken: eine überdimensionale Fledermaus, eine Wildkatze, ein Mittelspecht und ein Schiller-Falter.

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