Dickes Deutschland

Lidl, Aldi, Rewe und das „Überfettungsproblem“

Die Deutschen essen zu viel Zucker, mahnen Mediziner. Schon beim belegten Brot gegen Mittag haben viele Deutsche die empfohlene Obergrenze gerissen. Wie Supermärkte und Discounter halbherzig ihr Sortiment optimieren.
21 Kommentare
Das sind die wahren Kalorienbomben
Ketchup-Flaschen
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Ketchup

Sommerzeit heißt auch Grillsaison. Zu Steak, Pute und Grillwürstchen gibt es oft eine ordentliche Portion Ketchup. Zwar enthält die Soße so gut wie kein Fett, dafür aber ganze elf Stück Würfelzucker pro 100 Gramm – ein Figur-Killer.

Nürnberger Bratwürste
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Wurst

Der komplette Verzicht ist bestimmt nicht notwendig, aber wer etwas auf seine Ernährung achtet, sollte überlegen, zu welchem Fleisch er greift. Besonders Wurstprodukte können die Kalorienzahl eines Tages deutlich in die Höhe treiben. Als Beispiel: Eine Snackwurst, „Rucksackwurst“ oder auch Landjäger genannt, kommt bei 100 Gramm schon auf rund 457 Kalorien.

Gummi Bear Factory Boizenburg expandiert
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Gummibärchen

Lange Zeit hielt sich das Gerücht, Gummibärchen seien gar nicht so tückisch für die Figur. Dabei steckt eine Menge Zucker in den Bärchen. Und auch Zucker wird im Körper in Fett umgebaut und so in den unschönen Speckrollen gespeichert, wenn wir mehr Kalorien zu uns nehmen, als wir verbrauchen können.

Most von eigenen Äpfeln
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Fruchtsaft

Viel trinken ist gesund – aber nicht jedes Getränk hält schlank. Fruchtsäfte zum Beispiel: Ein Glas Apfelsaft enthält genau so viele Kalorien wie ein Glas Cola. Daher sollte man den Saft lieber mit Wasser mischen.

Jahres-PK Landesverband Milchwirtschaft
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Milch

Auch Vollmilch gilt durch den hohen Fettgehalt als flüssiger Dickmacher. Bei 3,5 Prozent Fettgehalt liegen 100 Milliliter bei 64 Kilokalorien. Gleichzeitig enthält das Getränk viel Kalzium und Eiweiß, das ist wichtig für Knochen und Muskelaufbau. Um darauf nicht verzichten zu müssen, können Diäthaltende die entrahmte Version oder Buttermilch trinken. Die entrahmte Milch hat nur noch 36 Kilokalorien auf 100 Milliliter. Dabei muss man aber bedenken: So nimmt man auch kaum noch fettlösliche Vitamine A, D und E auf.

Matjes-Delikatessen aus Emden
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Fisch

Fisch ist eigentlich auf jedem Diätplan enthalten. Die Meeresbewohner gelten als besonders fettarm und jodhaltig. Es gibt aber auch besonders fetthaltige Fische. Wer auf die Linie achten muss, sollte sich bei Thunfisch, Lachs, Matjes oder frittierten Calamares zurückhalten. Diese Speisen bestehen zu 13 bis 20 Prozent aus Fett. Deutlich kalorienärmer ist zum Beispiel eine Portion gegrillte Scampis.

THOMY SALAT CREME
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Salatdressing

Wer abnehmen will, greift in der Regel zu Salat und frischem Gemüse. Dabei wird aber immer wieder vergessen, dass die Dickmacher nicht im Salat, sondern im Dressing lauern. Statt einer Fertigmischung, die oft viel Zucker enthält, sollten Genießer ihr Dressing lieber selbst machen und dabei pro Person nicht mehr als einen Esslöffel Öl verwenden.

NeckarsulmDie Kunden kaufen ihre Produkte – und werden im deutschlandweiten Schnitt immer dicker. „Wir haben ein massives Überfettungsproblem hierzulande“, sagt der Handelsexperte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein.

Krankheiten wie Fettleibigkeit (Adipositas) und Diabetes nähmen überhand, „und die Gesundheitskosten fliegen uns um die Ohren“. Die Lebensmittelbranche habe ihren Anteil an dieser Misere, kritisiert Heinemann. Discounter und Supermarktketten nehmen das Problem nun stärker in den Fokus und lassen verlauten, sie wollten die Rezeptur ihrer Eigenmarken „optimieren“. Was genau das heißt, lassen sie häufig aber offen.

Einzig Lidl tut sich hervor mit einer erstaunlich konkreten Zielvorgabe. Bis 2025 soll der Salz- und Zuckergehalt der Eigenmarken um 20 Prozent sinken. Gestartet wurde mit Frühstücksflocken - der Zuckeranteil von „Honey Rings“ wurde nach Angaben der Firma sogar um rund 30 Prozent auf 23,9 Gramm pro 100 Gramm gesenkt.

„Lidl bringt Schwung in die Debatte“, sagt Oliver Huizinga von Foodwatch. „Die anderen Handelskonzerne tun sich noch sehr schwer, ein konretes Ziel mit einer Zahl zu nennen.“ 20 Prozent weniger Zucker und Salz sei durchaus ambitioniert.

Tatsächlich äußern sich andere Händler bei dem Thema vage. „Wir wollen die ausgewogene Ernährung unserer Kunden fördern und setzen uns seit einigen Jahren für eine gesündere Produktzusammenstellung ein“, teilt Aldi Nord mit.

Von Aldi Süd heißt es, man sei „grundsätzlich bestrebt, den Zuckergehalt in den von uns gehandelten Artikeln so gering wie möglich zu halten“. Man habe „in vielen Warenbereichen bereits individuelle Rezepturänderungen im Hinblick auf die Reduktion von Salz und Zucker durchgeführt“, etwa bei Broten, Müsli oder Pudding. Die Supermarktkette Real will bis Ende 2017 die Rezepturen von Eigenmarkeprodukten „überprüfen und gegebenenfalls optimieren“.

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21 Kommentare zu "Dickes Deutschland: Lidl, Aldi, Rewe und das „Überfettungsproblem“"

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  • Aber nicht schlimm für das Volk. Unsere Politiker gehen ja auch nicht mit gutem Beispiel voran.

  • Also neben dick und fetf kommen Diabetes, HIV u.v.m. hinzu. Und Jugrndiabetes ist nicht umsonst auf dem Vormarsch.

    Ich fahre jetzt in den Lidl.

    Traurig, traurig hätte Theo Lingen gesagt.

  • Schon was dran sagt de Arzt.

    Und die 10. Gesundheitsreform in 10 Jahren bekräftigt das marode System, das so sowieso auf Dauer nicht bestehen bleiben wird.

    Und die Flüchtilinge haben aus Afria überdurchschnittlich Aids.

    Kostet quasi nix.

  • Mal wieder eine Bevormudung mehr nur weil einige sogar zu Dum zum essen sind und zu faul zum bewegen
    Es gibt auch viele Menschen wie ich, die sich jedes Gramm mehr erkämpfen müssen
    Die werden bestraft. Einfach die Krankenkassen Beiträge mit nach Übergewicht berechnen

  • Dann schau mal in die Einkaufswagen bei Lidl & Co. und dann die Personen an, die diesen vor sich herschieben.

    Mehr braucht man nicht zum Thema fett, fetter.... zu sagen.

  • Marcel Europäer,

    und Zucker ist alles oder wie?

    U d ich dachte immer es wäre der Brennstoff für alle Sportler.

    Stimmt, wenn man am PC oder Tablet oder nur mit dem Finger auf dem Handy herumspielt braucht man auch kein Fett oder Eiweiß.

    Drum lässt allen Zucker und Kohlenhydrate weg.

    Alles von den Medienschreiberlingen mit ihrem Halbwissen würde schon verteufelt.

    Bier, Chips, Kaffee, Schokolade, Kartoffel und wer weiß was ich noch alles.

    War alles falsch.

    Klar, wer sein Hirn nicht einschaltet und täglich 2 Liter Cola trinkt, 5 Portionen Eis verdrückt usw. denen war auch in der Vergangenheit nicht zu helfen.

    Es ist nicht neu. Nur die Menschen im Land sind dümmer.

  • Zucker ist die Droge, die im Gesundheitswesen und durch Arbeitsausfall riesige Kosten für die Gesellschaft verursacht. Für das Handelsblatt hätte es in diesem dazu gehört, den gesellschaftlichen Schaden zu beziffern.

    Wir sind der Zuckerlobby auf den Leim gegangen und häufig werden Süßigkeiten noch als "Nervennahrung" mit einer positiven Wirkung versehen. Das ist nachweislich Unsinn. Zucker ist Gift für den Körper aber auf mich (BMI 23) will ja keiner hören. ;) Da werden lieber die Konfektionsgrößen aufgebläht und inzwischen trage ich als Normalgewichtiger die Hemden in "Slim fit" oder wie es heißt.

    https://www.zentrum-der-gesundheit.de/zucker-als-droge-ia.html

  • Aber vermutlich sind die Deutschen ein schlankes Völkchen.

    Zum Glück,darf man noch glauben.

  • Herr van Osten,

    wer die Wahrheit nicht ertragen kann, muss sie dann wohl ertragen.

  • Und die ander Steigerung von fett können Sie in Deuschland als Superlative vor sich herlaufen sehen..Oft sind es schon junge Frauen.

    Das fängt doch heute schon bei den Kids an, die anscheinend eine starken Bewegungsmangel haben. Nur auf dem Handy mit den Fingerchen herumdippeln hat auch seine Folgen.

    Nur Dicke und Fette versuchen sich zu rechtfertigen.

    Die anderen brauchen es nicht.

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