Die andalusische Küste
Wellenritt vor Afrika

Während der Wind – er bläst an 300 Tagen durch den Ort – mit Geschwindigkeiten bis zu 100 Kilometer pro Stunde den Badeurlauber eher abschreckt, macht er Tarifa zu einem Wallfahrtsort der Surfszene. Die andalusische Küste hat aber auch für wasserscheue Besucher einiges zu bieten.

MALAGA. Knapp drei Stunden dauert die Busfahrt von Malaga, der Hauptstadt der Costa del Sol, bis zur Südspitze Andalusiens. Die erste Stunde ist schlimm. Endlich wird die radikal hässliche Bebauung, die den Küstenabschnitt entlang der Punta de Calaburras inzwischen bis Marbella dominiert, von grünen Hügeln abgelöst: je mehr sich der Bus Tarifa nähert, desto blühender wird die Landschaft. Jetzt, im Frühling blüht der rote Klatschmohn auf, der Bus huscht am gelben Ginster vorbei.

Die andalusische Küste ist dabei, ein gigantischer Produktionsort für Nachhaltigkeit zu werden. Immer mehr Windräder bestätigen sichtbar, wofür die Straße von Gibraltar im Allgemeinen und Tarifa im Besonderen bekannt ist: Es ist der windigste Küstenabschnitt Europas und damit eine der wichtigsten Regionen für die Gewinnung von Windenergie weltweit.

Des einen Leid, des anderen Freud: Während der Wind – er bläst an 300 Tagen durch Tarifa – mit Geschwindigkeiten bis zu 100 Kilometer pro Stunde den Badeurlauber eher abschreckt, macht er Tarifa zu einem Wallfahrtsort der Surfszene.

Kite- wie Windsurfer kreuzen mal im Levante, der von Osten kommt im Wind, hüpfen mal im Poniente, der aus dem Westen kommt, über die Wellen. Die Drachen der Kitesurfer gehören im Sommer ebenso zum Stadtbild wie die Festung „Castillo de Guzman“ (von der mit ein bisschen Glück die felsbraunen Schemen des marokkanischen Rifgebirges zu sehen sind) und die unzugängliche Militäranlage „Isla de las Palomas“. 13,5 Kilometer trennen hier Europa von Afrika – und das Mittelmeer vom Atlantik. Ein Stoff für Mythen: Homers „Odyssee“ zufolge treiben hier die Ungeheuer Skylla und Charybdis ihr Unwesen. Die Hauptattraktion Tarifas ist der rund 200 Meter breite Strand, der erst nach zehn Kilometern endet. Es dürfte schwer sein, irgendwo sonst solch einen schönen und doch einsamen Strand zu finden mit Sand, den der Atlantik fein gerieben hat.

Hübsch flanieren lässt es sich entlang der Hauptstraße mit ihren hippen Shops, in denen alles zu finden ist, was das Surferherz begehrt. Einen magischen Kontrast dazu bildet der Stadtkern mit seinen marokkanischen Schmuckgeschäften und den Tapasbars. Die besten Tapas sind die mit frischem Tunfisch und Zwiebelsoße.

Wir beschließen unseren Tarifa-Besuch mit einer Whale-Watching Tour, die von einem jungen Meeresbiologen sachkundig begleitet wird. Jetzt, im Frühjahr, sind keine Wale, sondern „nur“ drei verschiedene Arten dieser verspielten Tümmler zu sehen. Im Sommer hat man gute Chancen, auch auf Schwertwale (Orkas) zu treffen oder auf bis zu 18 Meter lange Pottwale.

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