Dienstverpflichtung: Griechischer Seeleute-Streik „von oben“ beendet

Dienstverpflichtung
Griechischer Seeleute-Streik „von oben“ beendet

Nach einem tagelangen Ausstand der griechischen Seeleute hat die konservative Regierung in Athen die Streikenden zum Dienst verpflichtet. Die Gewerkschaft reagierte empört - hatte doch erst am Vortag ein Gericht den Ausstand abgesegnet.

HB ATHEN. Die Regierung habe „alles Menschenmögliche“ getan, um den Dialog zu fördern, hieß es in einer vom staatlichen Rundfunk veröffentlichten Erklärung. „Es war unsere Pflicht, die Bürger zu schützen.“

Die Gewerkschaft der griechischen Seeleute (PNO) nannte die Entscheidung der Regierung „einen Angriff auf die Rechte der Arbeitnehmer“. Dies gelte vor allem, weil ein Gericht in Piräus den umstrittenen Streik am Vortag für legal erklärt hatte. Die Gewerkschaft kündigte an, sie werde ihre Streiks in anderer Form bis Freitag fortsetzen. Die Streikenden erlaubten auf den Inseln das Auslaufen der Schiffe, wollten sie aber nach ihrer Ankunft in den beiden großen Häfen Piräus und Patras festhalten. Obwohl sich der Fährverkehr in den anderen Häfen nach und nach normalisierte, hieß es im Fernsehen: „Im griechischen Fährverkehr herrscht halbes Chaos.“

Griechische Medien gingen davon aus, dass es noch weitere 48 Stunden dauern werde, bis der Fährverkehr wieder normal läuft. Dies gelte auch für die internationalen Linien zwischen den italienischen Adria-Häfen und dem westgriechischen Hafen von Patras.

Die Versorgungslage auf den Inseln der Ägäis und des Ionischen Meeres hatte sich nach sechs Tagen Fähren-Streik zugespitzt. Rund 100 bewohnte Ägäisinseln, die keinen Flughafen haben, waren seit dem vergangenen Donnerstag abgeschnitten. Auf Kreta verfaulten tausende Tonnen von Obst und Gemüse. Inselbewohner klagten außerdem über Engpässe bei Treibstoffen, Medikamenten und Lebensmitteln.

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