Dress for Success
In Japan die richtige Biege machen

In Japan ist es eine regelrechte Kunst, sich zu verbeugen, ohne sich zu verbiegen. Am besten gelingt das mit einem Schuss Stretch im teuren Anzug – und immer mit frischen Socken an den Füßen.
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DüsseldorfDüsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers fällt in jedem Fall auf in Japan, wo er gerade gemeinsam mit dem dem Messechef der NRW-Metropole, Werner Dornscheidt auf Tour ist um der dortigen Messe Makuhari (Tokyo Auto Salon, Motor- und Manga-Shows) ihre Unterstützung anzubieten. Elbers ist 1,97 Meter groß. Dafür kann er nix. Das ist eben seine Größe. Und er wird sich in Japan sicher brav verbeugt haben, ohne sich zu verbiegen.

Um in Nippon Format zu beweisen, bedarf es jedoch noch anderer Qualitäten. Die Dress Codes sind streng. Auf den von seinem Pressebüro übermittelten Fotos trägt der OB korrekt Anzug, Hemd und einen roten Schlips. Das ist schon mal gut. Denn ohne ging gar nicht. Wer in Japan keine Krawatte trägt, kann kein Kaufmann sein, geschweige denn etwas Besseres. Rot ist auch ok. Eine positive, Glück verheißende Farbe. Ebenso wie Gelb, Gold, Silber und: Pink. (Wenn Sie auf  Ihrer Business-Route durch Asien allerdings noch einen Termin in Bangkok haben, lassen sie die goldgelben Teile lieber im Koffer, diese Farbe ist allein dem Königshaus vorbehalten. Und mit dem sollte man keine Scherze machen. Das ist dort strafbar.)

Doch zurück nach Nippon. Am besten wählen Sie für Ihre Reise leichte, knitterfreie Anzüge aus hochwertigen Fasern. Die Asiaten legen viel Wert auf Qualität. Und auf Marken. Sie wissen genau, wie das A von Armani, das G von Gucci  oder das H von Hermes als Label aussieht und rechnen den Wert des Trägers hoch. Die Farbe des Outfits sollte gedeckt sein. Am besten wählen sie einen Zwischenton, um jeder etwaigen Symbolik zu entgehen. Schwarz, weiß und Grau werden nämlich mit Tod assoziiert, und selbst der europäische gute Basis-Businness-Ton Blau ist in Asien negativ besetzt (ausgenommen Singapur).

Kommentare zu " Dress for Success: In Japan die richtige Biege machen"

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  • Haarsträubend! Warum wird Deutschen der Umgang mit Japanern immer dermaßen unmöglich gemacht, indem man so tut, als könne ein Japaner nicht zwischen zu erwartendem Benimm und ausgefeilten japanische Gepflogenheiten unterscheiden. Wände aus "Reispapier" sind hier ebenso wenig die Regel wie ein Gegenüber, dass nichts Besseres zu tun hat, als Sie als "Nichtkenner" japanischer Sitten zu entlarven. Allerdings: Es ist nicht damit getan, Socken und Strümpfe in reichlicher Anzahl mitzuführen, regelmäßige Körperpflege (die nicht mit dickem Auftragen von Duftwässern verwechselt werden darf) ist viel wichtiger.

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