Dress for Success
Keine Schuhe für die Zicke

Am 18. Februar beginnt in China das neue Mondjahr. Das wilde Jahr des Pferdes ist vorbei, jetzt kommt die Zeit der Ziege. Und auch des Schafes. Das soll Harmonie und Frieden versprechen. Was dies modisch bedeutet.
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Sie haben vielleicht zu Weihnachten ein Paar neue Hausschuhe geschenkt bekommen? Nicht sehr originell? Aber durchaus praktisch. Und sogar Erfolg versprechend. Wenn Sie die neuen Schluffen vom ersten Tag des neuen Jahres an tragen, können Sie schon am Abend sämtliche Sorgen abstreifen. Das gilt erst für das neue chinesische Mondjahr, und das beginnt am 18. Februar 2015. Also noch reichlich Zeit, in die Puschen zu kommen.

Dies ist nur eines von vielen Glücksversprechen zu Chinese New Year. Das sollte man aber nicht in schwarzen oder weißen Festgewändern begrüßen. Schwarz ist die Farbe des Unglücks, weiß die Farbe der Trauer – Rot dagegen die des Glücks. Damit das auch reinkommt, sollte man zum neuen Jahr Fenster und Türen öffnen. Und das Licht anlassen. Damit sich das Glück nicht im Dunklen verläuft.

Damit werden gleichzeitig die bösen Geister verschreckt, dieses lichtscheue Gesindel. Der Legende nach erwacht nämlich pünktlich zum Mondjahreswechsel ein menschenfressendes Monster hungrig aus dem Winterschlaf und geht aus den Bergen oder dem Meer kommend auf Nahrungssuche. Dem begegnen die Chinesen mit viel Lärm, Feuerwerk und Löwentänzen.

Das neue chinesische Jahr beginnt immer mit dem zweiten Neumond zwischen dem 21. Januar und 21. Februar. 2015 fällt es auf den 18. Februar. Offiziell gibt es dafür drei Feiertage, die eigentlichen Neujahrsfeierlichkeiten ziehen sich jedoch über 15 Tage und enden mit einem Laternenfest.

Die jeweiligen Termine sind wichtig auch für Geschäftsreisende und Shopping-Touristen, damit sie nicht etwa vor verschlossenen Fabriken und Konsumtempeln stehen. Wenn sie überhaupt hinkommen. Chinese New Year ist ein Großfamilienfest, Flüge und Fähren sind ausgebucht, Züge und Busse überfüllt. Und alle paar Jahre gefällt sich das Jahres-Monster, als Winterwetterkatastrophe zu genau dieser Zeit übers Land zu ziehen.

Das Jahr des Schafes – oder der Ziege, das Schriftzeichen Yang steht für beide – löst das wilde Jahr des Pferdes ab. Das achte von zwölf Tierkreiszeichen verspricht Frieden und Gerechtigkeit. Deshalb gilt es auch als gutes Jahr für geistige Aktivitäten und Berufsgruppen wie Wissenschaftler, Juristen oder Journalisten. Aber auch für Kreative wie Modemacher.

Apropos Mode: Was den Zicken zum Jahr der Ziege gar nicht passen wird: Um Chinese New Year sollte frau sich keine neuen Schuhe kaufen. Das bringt angeblich Unglück, weil das Wort Schuh gleich klingt wie das hochchinesische Wort für schlecht und böse.

Auch den Friseur sollte man meiden. Das Wort Haar hört sich an wie Wohlstand – und wer will den schon kappen. Wünschen wir uns lieber wie die Chinesen in Hongkong und Taiwan Kung hai fat Choi, das heißt viel versprechend Glück und Reichtum.

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle. Quelle: Alexander Basta
Inge Hufschlag
/ Modekritikerin

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