Dress for Success Kunstkauf per kühlem Klick

Klamotten im Internet zu bestellen ist groß in, nun ja, Mode. Aber Kunst online ordern? Immer öfter wird auch Wandschmuck im Internet bestellt. Es ist eine Frage der Wahrnehmung – auch als Investition.
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Übung aus dem Internet. Die beiden Multiples von Ren Si Hong erzielten bei einer Internet-Versteigerung 2.571 Euro. Quelle: Auctionata
Ren Si Hong

Übung aus dem Internet. Die beiden Multiples von Ren Si Hong erzielten bei einer Internet-Versteigerung 2.571 Euro.

(Foto: Auctionata)

DüsseldorfIn der Kunstsammlung NRW zückt eine elegante junge Frau vor einem Nagelbild von Günther Uecker ihr Smartphone, macht ein Bild vom Bild – und schaut es sich anschließend auf dem Display an. Wenn Fotografieren im Museum nicht strikt verboten ist, machen Besucher auch schon mal ein Selfie mit dem Kunstwerk: Miro and me, Pia vor Picasso, Beuys gebloggt.

Auf der Art Cologne äußerten gestandene Galeristen die Befürchtung, der jungen Generation fehle die Muße zur Kunstbetrachtung. Deshalb könnten Käufer und Sammler nicht richtig nachwachsen. Die Generation Kopf nach unten ist es eben gewohnt, wechselnde Bilder im Sekundentakt zu betrachten. Auf Augenhöhe mit alten Meistern und moderner Kunst, zu Hause ein einziges Bild an der Wand – dafür haben Viele keinen Blick.

Oder doch? Jedenfalls wenn Kunst ganz smart auf dem Tablet serviert wird. So betrachtet wird dann sogar bestellt, vermittelt zumindest der Spezialversicherer Hiscox in seinem unlängst vorgestellten dritten Online Art Trade Report. Klick auf Kunst kann cool sein.

Befragt wurden 519 internationale Kunstkäufer, von denen jeder Zweite im vergangenen Jahr Kunst online erworben hat. 90 Prozent der Befragten kaufen Kunst aber auch über traditionelle Galerien oder Auktionshäuser, die ihrerseits immer stärker Social Media zur Präsentation nutzen. Auch die Analysten bedienen sich des Internets: Die Untersuchung der auf Kunstmarkt-Analysen spezialisierten Firma ArtTactic stützt sich auf die Kundenmailing-Liste von ArtTactic sowie Twitter und Facebook.

Laut Hiscox-Studie ist der Online-Kunstmarkt innerhalb eines Jahres um 68 Prozent gewachsen und damit der Umsatz im Netz mit den schönen Künsten schätzungsweise auf knapp 2,5 Milliarden Euro.
Der Hiscox Online Art Trade Report 2015

Laut Hiscox-Studie ist der Online-Kunstmarkt innerhalb eines Jahres um 68 Prozent gewachsen und damit der Umsatz im Netz mit den schönen Künsten schätzungsweise auf knapp 2,5 Milliarden Euro.

In der Regel fangen Kunstkäufer im Internet klein an. Ihre Investitionen liegen im Schnitt unter 1.400 Euro (41 Prozent der Befragten, bei den Einsteigern sind es 51 Prozent). Auch die Anzahl der Anbieter wächst ständig. Beim Kunstanbieter „startyouart“ sind Strichmännchen bereits ab 20 Euro zu haben.
„Eine neue Ära bricht an, der Kunstkauf wird zu einer Omni-Chanel-Erfahrung“, erklärt Robert Read, Head of Fine Art bei Hiscox. Traditionelle Galerien und Auktionshäuser könnten nicht länger isoliert agieren. Online-Kanäle und Social Media seien vor allem in der Kombination spannend.

Bieterkampf im virtuellen Auktionssaal
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