Dress for Success: Männer und Mädchen in Uniform

Dress for Success
Männer und Mädchen in Uniform

Khaki-Klamotten, Parka und Springerstiefel. Alles schon da gewesen. In Krieg und Frieden. Dies dokumentiert eine Ausstellung im Ratinger Textilmuseum über Mode im Dritten Reich. Bezeichnender Titel: „Glanz und Grauen“.
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„Die Wirkung eines Menschen beruht auf seiner Kleidung. Damit ist die Bedeutung der Bekleidung eine politische. Sie zeugt und wirkt zugleich für die Kultur seines Volkes und seiner Klasse.“ Nicht gerade schick formuliert? Stand ja auch nicht im Modemagazin, sondern 1943 im „Führerinnen-Dienst“.

In dieser Zeit stand Mode nicht im Mittelpunkt, vielmehr unterlag sie einer weltanschaulichen Überwachung. Auch und gerade deshalb sagt die Bekleidung eine Menge aus über das Alltags(über)leben in Kriegszeiten. Männer und Mädchen in Uniform, schon in jungen Jahren sauber gleichgeschaltet in Hemd, Bluse, Hose, Rock von HJ und BDM. Mode, das hieß in jenen unheilvollen Jahren „artgerechte Kleidung“. Mit der konnte man kaum, viel mehr musste man Staat machen. Darüber wachte der „Reichsbeauftragter für Mode“ in der Reichskulturkammer. 

(Roh-)Stoffe waren knapp. Man brauchte Sie nicht nur für Uniformen und Armeedecken. Davon zeugen einige gut erhaltene Meter „genehmigter Verdunklungsstoff Kenn-Nummer RL 3 – 42 1870“. Alles wurde verwendet, gewendet, wieder verwendet. „Kampf dem Verderb“ mahnte eine Broschüre über „Wäscheschäden, wie sie entstehen und wie man sie verhütet“. Es gab auch eine „Kriegswaschfibel der deutschen Hausfrau“.

Mit dem Slogan  „100 Punkte! Auch im Kriege gut gekleidet“ wurde die Reichskleiderkarte eingeführt. Mit Schmeicheleien wie: „Die deutschen Frauen in ihrer Gesamtheit gehörten von jeher zu den bestgekleideten Frauen der zivilisierten Welt“ sollte die weibliche Bevölkerung bei Laune gehalten werden.

Zeitgleich ätzte die „Völkische Frauenzeitung“: „Die Hausfrau muss es wieder lernen, ihren Bedarf richtig einzuschätzen und die Augen beim Kauf aufzumachen.“ Und nicht nur dort. Es galt, umgangssprachlich die Kleidung „in Schuss“ zu halten, Löcher zu stopfen. Es gab ja nichts. Dagegen wirken heute künstlich zerschlissene Jeans wie zynische Modelaunen.

Seite 1:

Männer und Mädchen in Uniform

Seite 2:

„Notkulturkleider“ aus Uniformen

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