Dress for Success
Pack den Tiger in den Schrank

Plötzlich ist ein Trend wieder aus dem Mode-Dschungel aufgetaucht: Animal Print. Kann cool aussehen. Doch zu viel Raubtier ist Gift fürs Erscheinungsbild.
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Zaires einstiger Präsident Mobutu war nicht der erste und einzige, der sich als Leoparden-Mann gebärdete. Menelaos, der alte Grieche, konnte es auch. Unausrottbar scheint der Glaube, die Kraft wilder Tiere würde in den Menschen übergehen, wenn er sich nur in ihre Häute, Felle oder Muster wickle.

Selbst der Heilige Vater ist nicht davor gefeit. Seine päpstlichen Gewänder sind schon mal mit Hermelin umsäumt, dessen weißes Fell soll Reinheit symbolisieren.

Längst muss kein Tier mehr sein Leben lassen, damit der Mensch sich ein zweites Fell als Macht- und Statussymbol zulegen kann. Übertragen werden heutzutage meist Muster, diese wunderschönen Zeichnungen, die Mutter Natur besser kann als jeder Designer.

Egal, ob Leopard, Zebra oder Tiger, Krokodil oder Schlange, irgendwie ziehen wir uns alle damit eine aufgedruckte Botschaft an: Ich bin groß, stark, schnell, listig, überlegen und immer auf dem Sprung. Allein schon deshalb ist der tierische Trend nicht tot zu kriegen.

Animal-Print kleidet Welt- wie Unterwelt-Stars: Mal dezent wie bei Gucci, mal schrill wie bei Roberto Cavalli, bei dem sich Tiger- und Rosenmuster beißen, dann wieder elegant wie bei Michael Kors oder Bottega Venetta.

Während einer Burberry-Fashion-Show schwenkten die Fotografen ins Publikum und schossen Bilder von Tennis-Star Verena Williams, die in tierischen Sandaletten auftrat und von Rapper Timie Tempah, der mit seinem T-Shirt die erste Reihe dominierte: Giraffe im Großformat. Sah man auch schon bei Louis Vuitton.

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Pack den Tiger in den Schrank

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Überdosis Wildnis killt das Erscheinungsbild

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