Dress for Success: Was anziehen beim Ausziehen?

Dress for Success
Was anziehen beim Ausziehen?

Weg mit den muffigen Winterklamotten. Her mit der neuen Mode. Alles leichter gesagt als getan. Denn ein Blick in der gruseligen Umkleidekabine kann denn Einkaufspaß ganz schnell verderben – vor allem im Frühling.
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DüsseldorfFit für den Frühling? Von wegen. Die Winterblässe steht uns immer noch ins Gesicht geschrieben. Schlimmer noch: am ganzen Körper. Wir wollen uns ja keine Blöße geben. Es sei denn, man wird gezwungen: in einer Umkleidekabine. Was da ans erbarmungslose Neonlicht kommt, ist meist ein echter Kauflust-Killer: Six-Pack in off-white, blasse Bizeps, fahle Stachelbeer-Waden. Man(n) sieht einfach nur krank aus im März in der Umkleidekabine. 

Den Damen geht’s nicht viel besser: Von wegen vornehme Blässe. Fahler Gesichtsausdruck über einem Dekolleté wie Magerquark. Es gehört schon eine gehörige Portion Selbstbewusstsein dazu, jetzt die neueste Bademode an- und auszuprobieren, wenn die Cellulite Schatten wirft. In der Huffington Post malte sich kürzlich eine Leserin die Hölle aus: „Da muss man 24 Stunden in Dessous im Neonlicht in einer Umkleidekabine von H&M stehen und sich dabei im Spiegel ansehen.“ Teuflisch.

Himmlisch sind dagegen die Fitting Rooms bei Victoria’s Secret, dieser luxurösen amerikanischen Wäschemarke, für die auch Heidi Klum und Gisele Bündchen schon als „Engel“ liefen. Mag sein, dass manche denken, Secret stehe für diese unaussprechlich sexy Dessous. Für mich sind’s vielmehr Victorias Umkleidekabinen.

Sie werden geheimnisvoll mit einem goldenen Schlüsselchen aufgeschlossen, so, als wäre man Schneewittchens böse Stiefmutter, die gleich verzweifelt den Spiegel fragen wird, wer denn die Schönste im ganzen Land, besser noch, der ganzen Welt ist. Wetten, dass der Spiegel antwortet: „Frau Königin, pardon, Kundin, sie sind natürlich die schönste im ganzen Land“.

Den zweiten Teil des Original-Textes, dass das blasse Schneewittchen tausendmal schöner ist, verschluckt der Spiegel wie einen vergifteten Apfel. Weil: Er ist raffiniert bedampft. In so einem undefinierbaren kupferrosarot, dass uns auch nach einer hinterm Ofen überstandenen Heizperiode aussehen lässt wie ein von der Sonne geküsster Pfirsich. Der ist so geschliffen, dass er uns sogar schlanker aussehen lässt als wir sind. Durch ihn bekommt die Bezeichnung verführerische Dessous gleich noch eine andere Bedeutung.

Seite 1:

Was anziehen beim Ausziehen?

Seite 2:

Mit dunkler Unterwäsche in die Umkleidekabine

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