Dress for Success
Wenn Mann modisch blau macht

Die Schauen in New York, Mailand und Paris sind vorbei. Die Profashionals diskutieren bereits Farben und Materialien für den übernächsten Winter. Dann wird's blau. Aber anders: Nachtblau ist das neue Schwarz.
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DüsseldorfMit Klassik kann man nichts falsch machen? Aber richtig gut auch nicht. Klassische Menswear läuft gerade nicht, war in der Modestadt Düsseldorf beim „Fashion Flash“ des Deutschen Mode Instituts zu hören. Zu bieder, zu langweilig, optisch zu gleich geschaltet. Überhaupt sieht bei den Profashionals der deutsche Mann als Modekonsument gar nicht gut aus. „Die Deutschen leisten sich die besten Autos, die schönsten Möbel. Und ihre Klamotten holen sie sich vom Wühltisch“, wetterte Modeexperte Winfried Rollmann. 

Wie kann Mann es besser machen? Vor allem: Ohne allzu viel Aufwand? Denn den liebt der Deutsche gar nicht, wenn es um Klamottenkauf geht. Der Tipp der Saison, der auch noch in der darauf folgenden aktuell sein wird, ist das neue Schwarz: Nachtblau. Wusste schon Christian Dior. Die renommierte Kosmetikmarke nennt ihre neue dekorative Serie „Blue Tie“, in Anspielung auf „Black Tie“, dem Dresscode, wenn Smoking und lange Kleider angesagt sind. Damit hat die Mode „ins Blaue geschossen und ins Schwarze getroffen“ (Friedrich Dürrenmatt „Der Richter und sein Henker“). 

Der „Banker-Blaumann"

Blau signalisiert in diesen unsicheren Zeiten Vertrauen und Zuverlässigkeit. Vielleicht deshalb wählen Banker so gern einen korrekten Blaumann als Arbeitsanzug in Tarnfarbe. 

Aber Blau ist auch die Farbe der Intuition und Kommunikation. „Out of Blue“ heißt denn auch eines der schönsten Modethemen, vielleicht sogar das schönste und zugleich tragbarste des übernächsten Modewinters. Es beschreibt eine intelligent gebrochene Klassik. Und zeigt eine neue ebenso korrekte wie ungezwungene Urbanität.

Man denkt an eine Großstadt am Meer, an einen Ort, an dem man gerne ist, wo man anders unterwegs sein möchte. Wer in dieser Farb-Range bleibt, kann cool kombinieren und beinahe nichts falsch machen: neben nachtblau, himmelblau, silbriges meerblau, mineralisches blaugrau. Pastelltöne, die fast weiß sind, an das Aufblasen von Luftballons erinnern, deren Farben, je praller sie werden, immer heller, lichter, dabei leicht milchig werden. 

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