Vor dem Papst-Besuch
Benedikt XVI. trägt Prada

Papst Benedikt XVI. ist nicht nur das Oberhaupt der katholischen Kirche, sondern auch Stil-Ikone. Der Papst ist längst modisches Vorbild für seine klerikalen Kollegen. Bei den Socken sogar für Jedermann, die sind Kult.
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Gengenbach/RomSchon seit Wochen sticheln Franziskanerinnen im badischen Gengenbach an einem Festgewand für Papst Benedikt XVI. Ihr Motiv: „Feuer und Flamme“, ein Kreuz mit lauter Lichtstrahlen und Flämmchen drum herum. Ihre unsichtbar hineingestickten Gebete: Der Heilige Vater möge das Teil doch nächste Woche während seines viertägigen Deutschlandbesuchs tragen. 

Die fingerfertigen Franziskanerinnen haben zumindest weniger Anpassungsschwierigkeiten als Gammarelli, offiziellerAusstatter der Päpste (seit 1792). In weiser Voraussicht hatte er vor der jüngsten Papstwahl ein Outfit in drei Größen angefertigt. Doch selbst das längste war eine Handbreit zu kurz für den hoch gewachsenen Deutschstämmigen. „Der Papst trug Hochwasser“ stichelten die Medien. 

Und schon ging das Gerücht rum, dass Papa Ratzinger, wie er in Rom liebevoll genannt wird, lieber seinen Leibschneider Rainardo Mancinelli behalten oder künftig gar bei Euroclero am Petersplatz von der Stange kaufen wolle. Nix da: Gammarelli ist und bleibt der offizielle Schneider des Vatikan. 

Gewisse Extravaganzen seien jedoch auch einem kirchlichen Oberhaupt gestattet, wie die hermelinbesetzte Fellmütze, die traditionelle Camaura, die ihm kurz vor Weihnachten schon beinahe den Look eines weltlichen Weihnachtsmanns verlieh. Man sah ihn auch schon ganz in weiß von der Baseballkappe (Adidas?) bis zum Saum, der übrigens inzwischen immer lang genug ist. 

Berater in päpstlichen Modefragen soll sein persönlicher Sekretär Georg Gänswein sein. Der guckt schon mal gern durch verspiegelte Gucci-Sonnengläser ins Weltliche  und kombiniert kühn eine Steppweste überm Bodenlangen. Und sieht dabei immer verdammt gut aus. Mit GG könnte man glatt die „Dornenvögel“ neu verfilmen. 

Ob er dem Papst zu den roten Schuhen geraten hat? Dass die das Kultlabel Prada tragen, soll ja Legende sein. Wie das so ist in Kirchenfragen: Entweder man glaubt es, oder man glaubt es nicht. Manche glauben zu wissen, dass die nahtlosen Kalbslederschuhe exklusiv vom päpstlichen Schuhmacher Adriona Stefanelli aus Novara gefertigt wurden. Egal, jedenfalls passen sie hervorragend zu den exklusiv päpstlichen Modefarben Farbe Weiss, Gold und Silber und brachten dem Pontifex Maximus den Titel „Accessoire-Träger des Jahres“ des US-Männermagazins „Esquire“ ein. Womit Benedikt XVI. zweifellos zu den „Best Dressed“ seines Geschlechts zählt, wie unter anderen auch Barack Obama und David Beckham. 

Wie titelte doch gleich „Bild“ nach seiner Wahl: „Wir sind Papst“. So können sich die Deutschen vielleicht für vier Tage wieder fühlen und dabei zumindest die gleichen Socken wie ihr Idol. Die Kniestrümpfe des Heiligen Vaters von – natürlich – Gammarelli (Via S. Chiara 34, Roma) sind längst Kult und beliebtes Mitbringsel aus der Heiligen Stadt. Sie haben eine hohe Qualität, Baumwolle für den Sommer, Merinowolle für den Winter, und sind mit unter 20 Euro preiswerter als andere italienische Designermarken. Man bekommt sie außer in schwarz und weiß (zu den roten Schuhen) auch in kardinalsrot und bischofslila. Online-Kommentar eines offensichtlich überzeugten Socken-Fetischisten: „Zum Smoking die violetten, das ist der Brüller.“

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle. Quelle: Alexander Basta
Inge Hufschlag
/ Modekritikerin

Kommentare zu " Vor dem Papst-Besuch: Benedikt XVI. trägt Prada"

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  • Ja und

    Er ist Herr:
    - über zig-Billionen Euro
    - der größte Stillhalter an der Wallstreet
    - sein Landbesitz ist ein Vielfaches vom Besitz der Queen

    Neben den dt. stämmigen
    - rockefeller
    - Rothschild

    ist er der reichste Mann der Welt

    also bitte, er darf auch mal nette Schuhe tragen.
    Nur der Teufel trägt PRADA.

    Nomes est ohmen

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