DZI
Deutsche spenden wieder mehr

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) erwartet für 2010 ein deutlich höheres Spendenaufkommen als im Vorjahr. Grund seien nicht nur die Naturkatastrophen in Haiti und Pakistan. Die Helfer hoffen auf die Fortsetzung des Trends aufgrund der besseren wirtschaftlichen Lage.
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HB BERLIN. Die Bundesbürger spenden wieder mehr. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) in Berlin erwartet für 2010 einen deutlichen Anstieg des Spendenaufkommens im Vergleich zum Vorjahr. Nach dem Rückgang von etwa drei Prozent im Jahr 2009 hätten nicht nur die Katastrophen in Haiti und Pakistan zu mehr Geldspenden geführt, sagte der DZI-Geschäftsführer Burkhard Wilke.

Bis Ende September stieg das Spendenaufkommen um 19 Prozent, wie die Marktforscher vom GfK Panel Services ermittelt haben. Im vergangenen Jahr wurden rund 2,1 Milliarden Euro gespendet. Der Deutsche Spendenrat erwartet, dass die höhere Spendenbereitschaft anhält. Dessen Geschäftsführerin Daniela Felser sagte, Grund dafür sei die Besserung der Wirtschaftslage.

Den höchsten Zuwachs gab es Anfang des Jahres und im Sommer: Im Januar, als sich in Haiti das verheerende Erdbeben ereignete, erhielten Hilfsorganisationen laut GfK CharityScope insgesamt 290 Millionen Euro, das sind 115 Millionen mehr als im Januar 2009. Im Februar wurde noch ein überdurchschnittliches Plus an Spenden von 29,3 Prozent verzeichnet: Gezahlt wurden 175 Millionen, das sind 40 Millionen mehr als im Vorjahresmonat. Im August, als über Pakistan die Hochwasserkatastrophe hereinbrach, spendeten die Deutschen 213 Millionen, das sind 86 Millionen oder 68,1 Prozent mehr als im August 2009.

Wilke erklärte: "Langjährige Erfahrungen besagen, dass die Menschen auch in Krisenzeiten relativ zuverlässig spenden. Das hat sich mit dem nur geringen Rückgang in 2009 und dem deutlichen Zuwachs in dieses Jahr wieder einmal bestätigt."

DZI-Gebührenpraxis verteidigt

Bei der Entscheidung, für welche Organisation gespendet wird, sind nach Einschätzung Felsers "größtmögliche Transparenz und Wahrhaftigkeit" maßgeblich. Viele Spender wollten nicht nur Geld geben, sondern interessierten sich auch dafür, wie damit geholfen werde, sagte die Geschäftsführerin des Spendenrats. Dieser Dachverband Spenden sammelnder gemeinnütziger Organisationen setzt sich unter anderem für mehr Transparenz im Spendenwesen ein und will den ordnungsgemäßen treuhänderischen Umgang mit Spendengeldern durch freiwillige Selbstkontrolle sicherstellen. Die Mitgliedsorganisationen, darunter laut Felser auch "ganz Kleine mit einem Spendenaufkommen von 2 000 Euro im Jahr" zahlen Beiträge in einer Staffelung von 130 Euro bis höchstens 3 000 Euro.

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  • "freiwillige Selbstkontrolle" ist keine Kontrolle. Die hilforganisation sollen der Pruefung von WP unterliegen.

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