Ein Arbeitsplatz für den Ex-Häftling: Eingeweckte Schnüffeltücher

Ein Arbeitsplatz für den Ex-Häftling
Eingeweckte Schnüffeltücher

Staatssicherheit als Tourismus-Ziel: 15 Jahre nach der Erstürmung sind Stasi-Hauptquartier und Haftanstalt für Besucher in Berlin zu besichtigen.

Damals, in den 70er-Jahren, als ihm eine private Liebe abhanden kam, da war es auch um Peter Wulkaus öffentliches Vertrauen in die DDR geschehen. Und so kam es, dass er privates Unglück mit politischer Ernüchterung verknüpfte und ein Manuskript verfasste, das in doppelter Hinsicht ein Liebesroman vom Scheitern war.

Einem Freund gab er die beschriebenen Seiten. Der sollte sie in den Westen schmuggeln. Der angebliche Kumpel aber war in Wirklichkeit ein Spitzel, der ihn verriet. Urteil: Republikhetze.

Bevor Wulkau von der Bundesregierung freigekauft wurde, verbrachte er eineinhalb Jahre im DDR-Knast, neun Monate davon in der „Zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR“.

Heute ist dort sein Arbeitsplatz.

Als Zeitzeuge und Stasi-Experte führt der promovierte Historiker Gruppen und Einzelbesucher durch die düsteren Gefängnis-trakte. Kühl, fast gelassen, beschreibt er die Bedingungen, unter denen Häftlinge wie er eingesperrt wurden, um ihnen Geständnisse abzupressen. „Es war Isolationsfolter“ – selbst flüchtigen Betrachtern der Zellen und Vernehmerzimmer leuchtet das sofort ein.

Ohne Kontakt zur Außenwelt, ohne Besucher, ohne Lektüre oder gar Radio mussten die Häftlinge ihre Tage in einer der 102 Haftzellen verdämmern, in die keine Außengeräusche drangen und nur diffuses Licht durch Glasbausteine.

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