Eine Reise wert
„Oh, durch Paris irren!“

Ach! Diese Weihnachtsdekoration bei „Printemps“! Ein wahres Märchen, das Jahr für Jahr neu erzählt wird, sind die Schaufenster des berühmten Kaufhauses.

Weihnachtseinkäufe sind in der Geschäftsmeile am Boulevard Haussmann im 9. Bezirk aber eher ein Albtraum: Man quetscht sich durch Busladungen von Touristen. Dafür sind Chanel-Parfums und Louis-Vuitton-Taschen, Hermès-Tücher und Marken-Champagner reichlich zu haben.

Doch „Kampfshoppen“ durch Luxusläden passt so gar nicht zu Paris – der Stadt, in der das Flanieren erfunden wurde. „Oh, durch Paris irren“, schrieb schon Honoré de Balzac vor 150 Jahren, „wundervolle, köstliche Existenz“. Manche Pariser haben gar Spaziergänge durch unbekannte Sträßlein als Hobby, bei dem sie immer etwas Neues entdecken.

Die Stadt ist groß genug, um Geschäften mit den merkwürdigsten Spezialitäten ihr Auskommen zu sichern, ob sie nun eine Riesenauswahl an Olivenöl oder an Orchideen bieten. Yannick Vincent im 2. Bezirk etwa, der sich „Orchideist“ nennt, gibt alle nötigen Ratschläge mit, auf dass der duftenden Schönheit ein langes Leben beschieden sei.

Monsieur Vincent in der Nr. 4 der Rue des Petits Pères befindet sich allerdings nicht an einer der lauten Straßen. Seine Gasse verbindet die geheimnisvollen Passagen Vivienne und Colbert und ihre luxuriösen Geschäfte mit der Place des Victoires, um die herum es junge und originelle Pariser Mode zu kaufen gibt. Hier ist das alte Paris, und die Galerie Vivienne ist eine der Urahnen der heute so beliebten Einkaufspassagen. Dort ist auch die Weinhandlung Legrand, wo außer Wein alle nur erdenklichen Accessoires wie Karaffen und Korkenzieher zu finden sind – bis hin zum Stab, mit dem man Wein künstlich altern lassen kann.

Einen Blick wert ist auch die Gaultier-Boutique, ein Geschäft mit unglaublich echt wirkenden künstlichen Pflanzen und eines mit den phantasievollsten und farbenprächtigsten Seidentüchern und -stoffen der Stadt. Der Teesalon in der Passage eignet sich bestens für eine Pause. Wem der Sinn eher nach Wein steht, muss die Kuppel verlassen – in der 7, Rue des Petits Champs gibt es eine Weinbar, die auch Imbisse kredenzt: „Au bons Crus“.

Von dort ist man gleich in der Rue Etienne Marcel, der Straße der jungen Mode. Für weibliche Teenager gibt's im Roxy Shop (Nr. 38) ausgeflippte Muster, lustige Rucksäcke und kokette Handschuhe. In der 42 residieren die Modemacher Marithé und François Girbaud, die dieses Jahr viel Leder bieten.

In der Rue Montmartre, die davon abzweigt, kann man in zwei Läden Küchenutensilien ausgezeichneter Qualität erstehen: Hier versorgen sich die besten Pariser Restaurantbesitzer und ihre Köche, zum Beispiel bei La Bovida (Nr. 36). Gleich daneben ist wunderschönes Kinderspielzeug bei „Moi, le héros“ (Ich, der Held) zu haben.

Etwas weiter westlich erwartet den Flaneur der Garten des Palais Royal – ein großes Wasserbassin und zwei Alleen alter Bäume, von Arkaden begrenzt. Darunter kann man alte Mode ab den 20er-Jahren kaufen, die „Vintage Haute Couture“ heißt, kostbare Erstausgaben oder ganze Universen aus Plastik-Figuren – einen Miniatur-Zirkus, eine altägyptische Landschaft, Tims und Struppis oder Asterixe und alte Modellautos in „Les Drapeaux de France“.

Seite 1:

„Oh, durch Paris irren!“

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%