Einreise USA
Wichtige Papiere gehören ins Handgepäck

Wer ab kommenden Dienstag das elektronische Check-in der Lufthansa für eine Reise in die Vereinigten Staaten nutzt, sollte die Buchungsbestätigung seines Hotels parat haben. Denn jetzt müssen Fluggäste - neben den bislang nötigen persönlichen Angaben - vor dem Abflug auch den ersten Anlaufpunkt ihrer Amerika-Reise angeben.

Hintergrund der Adressabfrage ist die neuerliche Verschärfung der Einreisebestimmungen in die USA. "Nun werden auch die Daten, die früher erst im Flugzeug per Formular gesammelt wurden, im Vorfeld erhoben", teilt die Botschaft der Vereinigten Staaten in Berlin mit. Nach heftigen Debatten im US-Kongress verzichtete der Gesetzgeber zwar darauf, dass der ganze Reiseverlauf im Voraus dokumentiert sein muss. Neben dem ersten Anlaufpunkt des Passagiers werden nun auch sein Wohnsitz, der Ursprungs- und Endzielflughafen und der Reservierungscode erfasst - noch bevor der Flug beginnt - und zusammen mit Passdaten wie Vor- und Nachname, Nationalität, Passnummer, Geburtsdatum und Geschlecht an ein Computersystem namens Apis übermittelt. "Fluggäste, die die erforderlichen Daten nicht vorlegen, müssen mit Beförderungsverweigerung rechnen", gibt Michael Kirnberger, Präsident des Verbandes Deutsches Reisemanagement, zu bedenken.

Die Pflicht der Fluglinien, nun sicherzustellen, dass Passagiere auch die erste Anlaufstelle der Reise nennen, ist aber nur eine von mehreren Neuerungen, die seit Oktober in Kraft sind und nun nach und nach umgesetzt werden. Neu ist ebenfalls, dass der US-Zoll das Gepäck auch ohne den Eigentümer öffnen darf - zur Not auch mit Gewalt. Wer seine Koffer abschließt, kann Pech haben. "Wenn der Koffer nicht offen ist, brechen ihn die Zöllner auf", warnt Personaltrainerin Heidrun Polegek, Gründerin der Polegek-Office-Consulting in Au bei München. Und weil die Behörden keine Haftung für die Beschädigung oder den Verlust einzelner Gegenstände übernehmen, rät sie, geschäftskritische Dokumente, Präsentationen und anderes Unersetzliches im Handgepäck zu transportieren - vorsichtshalber.

Auch der Batterietest muss nun Teil der Vorbereitungen für die USA-Geschäftsreise sein: Die Sicherheitsbeamten testen elektronische Geräte viel öfter als früher. Wer ohne geladenen Akku oder passenden Stecker einreist, riskiert, dass sein Laptop als vermeintliche Attrappe aus dem Verkehr gezogen wird. Hustenmedikamente mit Kodein, aber auch harntreibende Mittel, Herz-, Beruhigungs- und Schlafmittel werden ebenfalls womöglich von Grenzern eingezogen. Jedenfalls wenn ein Reisender kein schriftliches Attest seines Hausarztes in englischer Sprache vorweisen kann.

Hinzu kommt: Immer wieder berichten US-Medien über Leute, die wegen Namensähnlichkeiten mit Terrorverdächtigen, Zahlendrehern und anderen Fehlern als gefährlich eingestuft und mit Flugverboten belegt, an der Einreise gehindert oder sogar verhaftet werden. Zuletzt machte eine katholische Nonne Schlagzeilen, die als vermeintliche Terroristin kein Flugzeug mehr betreten durfte. Doch seit den Anschlägen des 11. September 2001 haben die Fluggesellschaften keine andere Wahl, als Daten zu sammeln für die US-Behörden, wenn sie in den Vereinigten Staaten landen wollen.

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